Krones schreibt ersten Verlust in der Unternehmensgeschichte

veröffentlicht am 15.03.2010


Der Getränkeanlagenhersteller Krones ist im Krisenjahr 2009 tiefer in die roten Zahlen gerutscht als erwartet. Der Konzernverlust erreichte 34,5 Mio EUR nach einem Plus von 106,5 Mio EUR im Jahr davor, wie der oberpfälzische MDAX-Konzern am Montag auf vorläufiger Basis mitteilte. Krones hat damit den ersten Verlust in der Unternehmensgeschichte geschrieben.

 

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Frankfurt - Der Getränkeanlagenhersteller Krones ist im Krisenjahr 2009 tiefer in die roten Zahlen gerutscht als erwartet. Der Konzernverlust erreichte 34,5 Mio EUR nach einem Plus von 106,5 Mio EUR im Jahr davor, wie der oberpfälzische MDAX-Konzern am Montag auf vorläufiger Basis mitteilte. Krones hat damit den ersten Verlust in der Unternehmensgeschichte geschrieben.


Das Unternehmen hatte für 2009 einen Fehlbetrag erwartet, war allerdings von 20 Mio bis 30 Mio EUR ausgegangen. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Mittel mit einem Minus von 23 Mio EUR gerechnet.


Krones litte unter der Investitionszurückhaltung seiner Kunden. So schrumpften die Neubestellungen auf 1,916 (Vorjahr: 2,326) Mrd EUR und der Umsatz um 22% auf 1,865 (2,381) Mrd EUR. Auf der Ertragsentwicklung lastete neben der krisenbedingten Nachfrageflaute auch der massive Preisdruck in der Branche.


Das Umsatzziel konnte die Krones AG hingegen erfüllen. Das Management war zuletzt von einem Erlösrückgang von bis zu einem Viertel ausgegangen. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten mit 1,86 Mrd EUR Einnahmen gerechnet.


Im vierten Quartal registrierte der Getränkeanlagenhersteller eine Trendwende im Orderverhalten der Kunden mit einem Plus von 10% gegenüber dem schon abgeschwächten vierten Quartal 2008. Hieraus resultiert ein Auftragsbestand zum 31. Dezember 2009 von 888 Mio EUR nach 837 Mio EUR im Jahr davor. Zum Stichtag verfügte Krones über liquide Mittel von über 135 Mio EUR und hatte keine Bankschulden.


Für das laufende Jahr ist Krones nach eigenen Angaben vorsichtig optimistisch. Für das erste Halbjahr rechnet das Unternehmen mit einer Trendumkehr und damit einhergehend für das Gesamtjahr mit einem Umsatzwachstum von 5% bis 15% sowie der Rückkehr zu "nennenswerten" positiven Ergebnissen.


Finanzvorstand Hans-Jürgen Thaus hatte dank der erfolgreichen Sparbemühungen und einer erwarteten Nachfragebelebung bereits früher die Rückkehr in die Gewinnzone sowie einen Umsatz von mehr als 2 Mrd EUR angekündigt. Einige Analysten hielten diese Ziele angesichts der anhaltend schlechten Erlösqualität für zu optimistisch und werfen dem Unternehmen vor, in Krisenzeiten zu wenig auf die Kostenbremse getreten zu haben.


Zwar hatte Krones mit dem Sparprogramm "Conversion" im abgelaufenen Jahr bereits eingespart, die Stammbelegschaft wurde aber nicht angetastet. Finanzchef Thaus hatte trotz aller Kritik an seinem Kurs stets betont, mit der Kernmannschaft durch die Krise kommen zu wollen. Wie es am Montag weiter hieß, will das Unternehmen im Rahmen des Sparprogramms noch weitere "spürbare" Potenziale mobilisieren.  (© Dow Jones)


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