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Hollywood-Apokalypse "Legion" kommt in die Kinos

veröffentlicht am 15.03.2010


Die riesige Mojave-Wüste gehört zu den lebensfeindlichsten Gebieten des amerikanischen Westens. Eigentlich fühlen sich dort nur Klapperschlangen richtig wohl. Immerhin durchschneiden einige Straßen die öde Landschaft, deren Hitzezentrum das berüchtigte Death Valley ist.

 

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Frankfurt/Main - Die riesige Mojave-Wüste gehört zu den lebensfeindlichsten Gebieten des amerikanischen Westens. Eigentlich fühlen sich dort nur Klapperschlangen richtig wohl. Immerhin durchschneiden einige Straßen die öde Landschaft, deren Hitzezentrum das berüchtigte Death Valley ist. An einer dieser Straßen liegen die Tankstelle und das Restaurant von Bob Hanson, der einst dort in der fälschlichen Annahme investiert hatte, dass sich in der Nähe eine neue Siedlung entwickeln könnte.


Nun kommt Hanson mit seinem gutmütigen schwarzen Partner Percy und seinem in die hochschwangere hübsche Kellnerin Charlie unglücklich verliebten Sohn Jeep nur mit Mühe und Not über die Runden. Das Leben dieser Personen ist fast ereignislos langweilig bis zu jenem Tag, an dem die ganze Welt aus den Fugen gerät. Und das ist der Tag, an dem Gott endgültig die Geduld mit dem ewig zänkischen Menschengeschlecht verliert. Um mit diesem Schluss zu machen, schickt Gott seine Engelsscharen auf die Erde. Deren Auftrag: Einen apokalyptischen Schlusspunkt zu setzen. Was sich daraus entwickelt, zeigt der US-Film «Legion», der ab dem 18. März in die Kinos kommt.


Inszeniert von Scott Stewart, der zusammen mit Peter Schink auch das vollständig logikfreie Drehbuch verfasst hat, entwickelt sich vor dem Kinobesucher ein waghalsiger Leinwandmix aus Action, Horror, Western und unfreiwilliger Bibelpersiflage. Einer der Höhepunkte der Handlung ist das rasante Duell der beiden Erzengel Gabriel und Michael, dessen Resultat von Gott selbst am Ende noch freundlich korrigiert wird. Immerhin hat es so was in der Filmgeschichte bislang noch nicht gegeben und beweist nebenbei, dass die USA ein christliches Land sind. Denn nur in einem solchen können flügelbewehrte Erzengel sowohl als Kinohelden wie auch als Kinoschurken agieren.


Wie die meisten Horrorstreifen wartet auch «Legion» mit einigen Ekligkeiten auf, übertreibt es aber nicht damit. Im Gegensatz zu manch anderen Produktionen dieses Genres kann der Film eine ganze Reihe bekannter und guter Schauspieler präsentieren, an der Spitze Dennis Quaid als Restaurantbesitzer Hanson und der elegante Brite Paul Bettany als Erzengel Michael. Bettany, ein bestens ausgebildeter Bühnendarsteller und Shakespeare-Mime, meistert seine absurde Rolle mit viel Würde, es gelingt ihm sogar, einen Schuss Tragik ins wüste Geschehen zu bringen. Gut gefallen können auch Lucas Black als Hansons Sohn Jeep und Adrianne Palicki als hochschwangere Charlie.


Nicht nur für Theologen, sondern auch für Abtreibungsgegner wird es interessant zu ergründen sein, warum die Drehbuchautoren die Rettung der Menschheit vor der von Gott selbst angeordneten Apokalypse von der Geburt des unehelichen Kindes dieser sexuell vagabundierenden Kellnerin Charlie abhängig machen. Dem normalen Zuschauer erschließt sich das jedenfalls nicht. Aber da ja die gesamte Handlung eine schräge Fantasie darstellt, fällt das auch nicht besonders ins Gewicht.


Die beste Szene des Films gehört dem Auftritt einer Greisin, gespielt von Jeanette Miller, die als harmloser Gast das schäbige Restaurant in der Wüste betritt und sich während des Verzehrs eines saftigen Steaks als die Schwerkraft außer Kraft setzende Bestie und Vorbotin kommenden Schreckens erweist. Hier kann Regisseur und Autor Scott Stewart mal überzeugend seine Kernidee des Films, nämlich die Verschmelzung von Fantasie und Schrecken, in Bilder und Aktion umsetzen. Aber eine wirklich gelungene Szene in rund 100 Minuten reicht nicht, um einen Horrorfilm der Sonderklasse zu schaffen.  (© AP)


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