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Regionalwahlen in Frankreich: Linke triumphieren über Sarkozy-Partei

veröffentlicht am 14.03.2010


Die Franzosen haben Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Sonntag zur Hälfte seiner Amtszeit bei den Regionalwahlen einen deutlichen Denkzettel verpasst. Wie das Innenministerium mitteilte, entfielen nach der Auszählung von 73 Prozent der Stimmen 55 Prozent auf Kandidaten der Sozialisten und anderer linker Parteien. 40 Prozent stimmten für die konservative Regierungspartei UMP von Sarkozy und andere rechte Parteien.

 

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Paris - Die Franzosen haben Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Sonntag zur Hälfte seiner Amtszeit bei den Regionalwahlen einen deutlichen Denkzettel verpasst. Wie das Innenministerium mitteilte, entfielen nach der Auszählung von 73 Prozent der Stimmen 55 Prozent auf Kandidaten der Sozialisten und anderer linker Parteien. 40 Prozent stimmten für die konservative Regierungspartei UMP von Sarkozy und andere rechte Parteien.


Viele Beobachter hatten die Wahlen schon vorab als Referendum über die Politik von Sarkozy eingestuft. «Die Sozialistische Partei ist die führende Partei Frankreichs», erklärte der frühere Parteichef Francois Hollande. «Das ist ein zufriedenstellendes Ergebnis.» Der Fraktionsvorsitzende der UMP im Parlament, Luc Chatel, machte die niedrige Wahlbeteiligung mitverantwortlich für die herbe Niederlage. Den Umfrageinstituten zufolge lag sie bei etwa 47 Prozent. Es wäre einer der niedrigsten Werte in der jüngeren französischen Geschichte. «Wir stehen am Scheideweg», sagte Chatel im Fernsehen. «Jetzt liegt es an uns, unsere Wähler zu mobilisieren.»


In allen 22 Regionen auf dem französischen Festland wird eine Mehrheit der Linken für möglich gehalten. Bereits 2004 waren sie in 20 dieser Regionen erfolgreich. Mit Spannung wurde das Abschneiden der grünen Partei Europe Ecologie erwartet, die laut Umfragen bis zu 15 Prozent erreichen könnten.


Der zweite Wahlgang findet am 21. März statt. Dann erhält die stärkste Liste zusätzlich zu den Abgeordneten, die ihr nach dem Verhältniswahlrecht zustehen, noch einmal 25 Prozent der insgesamt 1.880 Sitze in den Regionalräten zugeschlagen.


Zur Halbzeit seiner Amtszeit ist die Regionalwahl für Sarkozy etwa das, was die Wahl in Nordrhein-Westfalen für Angela Merkel bedeutet, erklärt der stellvertretende Direktor des Deutsch-Französischen Instituts (DFI), Henrik Uterwedde. «Der große Zampano ist entzaubert», sagte er. «Sarkozys Stil hat sich erschöpft. Da er mit dem hohen Anspruch angetreten ist, alles anders zu machen, war die Fallhöhe besonders groß.» Nur etwa gut ein Drittel der Franzosen trauen ihm laut Umfrage noch zu, mit den Problemen des Landes fertig zu werden.


Ob der Linken der Durchmarsch gelingt, steht erst nach dem zweiten Wahlgang am 21. März fest. Bei den Stichwahlen werden sich den Erwartungen zufolge rot-grüne Bündnisse durchsetzen. Die Wahllokale waren von 08.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Wahlberechtigt waren 45 Millionen Franzosen.  (© AP)



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