Bundesbank will Goldreserven verteidigen
veröffentlicht am 14.03.2010

Die Bundesbank hat entschiedenen Widerstand für den Fall angekündigt, dass ihre Goldreserven für die Rettung kriselnder Euroländer eingesetzt werden sollen. Zwar seien der Bundesbank zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine derartigen Pläne der Bundesregierung oder der EU bekannt, sagte ein Sprecherin am Sonntag der Nachrichtenagentur DAPD. Sollten sich die Pläne aber bestätigen, «würden sie auf den entschiedenen Widerstand der Bundesbank stoßen».
Frankfurt/Main - Die Bundesbank hat entschiedenen Widerstand für den Fall angekündigt, dass ihre Goldreserven für die Rettung kriselnder Euroländer eingesetzt werden sollen. Zwar seien der Bundesbank zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine derartigen Pläne der Bundesregierung oder der EU bekannt, sagte ein Sprecherin am Sonntag der Nachrichtenagentur DAPD. Sollten sich die Pläne aber bestätigen, «würden sie auf den entschiedenen Widerstand der Bundesbank stoßen».
Das Nachrichtenmagazin «Focus» hatte berichtet, das Finanzministerium erwäge, den Euro-Stabilisierungsfonds mit Gold abzusichern. Ein Vorschlag aus dem Ministerium sehe vor, die Goldreserven der früheren Notenbanken aller Euro-Länder «buchhalterisch» in einen Stabilisierungsfonds einzubringen. Laut «Focus» verfügt Griechenland noch über etwa 112 Tonnen Gold, die Deutsche Bundesbank lagere sogar noch 3.407 Tonnen mit einem aktuellen Marktwert von 90 Milliarden Euro.
Das Bundesfinanzministerium wollte die Überlegungen laut «Focus» weder bestätigen noch dementieren. Den Ministeriumssprecher Michael Offer zitierte das Magazin mit den Worten: «Für uns ist jetzt die weitere Abstimmung mit unseren europäischen Partnern, insbesondere Frankreich wichtig. Dann sehen wir weiter.»
Dazu hieß es aus der Bundesbank, ihr Vorstand entscheide «über die Verwendung der Goldreserven völlig autonom. Weder die Bundesregierung noch die europäische Zentralbank haben auf die nationalen Goldreserven ein Zugriffsrecht».
Die Europäische Union hat nach eigenen Angaben eine Reihe von Möglichkeiten entwickelt, wie Griechenland in seiner Finanzkrise geholfen werden kann. Das verlautete am Samstag in Brüssel. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekanntgegeben, die Pläne würden in der kommenden Woche den Wirtschafts- und Finanzministern der EU präsentiert, hieß es.
EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn hatte schon zuvor wiederholt erklärt, die EU werde einen europäischen Mechanismus für eine koordinierte Hilfe vorschlagen, falls Griechenland dies brauche. Am Freitag konnte die Regierung in Athen mitteilen, dass ihre Maßnahmen zur Verringerung des Haushaltsdefizits im Januar und Februar sogar besser gegriffen haben als erwartet. (© AP)




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