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14. März 2010
Wohl keine Chance für Lebensmittel-Ampel
Berlin - Die umstrittene Lebensmittelkennzeichnung mit den Ampelfarben rot, gelb und grün soll in der EU keine Pflicht werden. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner sagte «Bild am Sonntag»: «Die EU-Kommission steht dem Modell kritisch gegenüber und wird es deshalb nicht vorschlagen. Bisher gibt es auch kein einziges Land in der EU, das die verpflichtende Einführung der Lebensmittel-Ampel beantragt hat.»
Aigner verwies auf die Schwierigkeiten der simplen Farbeinteilung angesichts der zahlreichen Nährstoffe: «Auch die meisten Verbraucher wissen, dass eine so pauschale Farb-Einteilung nicht funktioniert», sagte die CSU-Politikerin. «Danach müsste Bio-Apfelsaft aufgrund des Fruchtzuckers rot gekennzeichnet werden, Diät-Cola aber grün.»
Dennoch soll sich die Nährstoffkennzeichnung auf Lebensmitteln ändern. Vor den neuen Beratungen im zuständigen EU-Ausschuss kommende Woche in Brüssel sagte die Ministerin: «Bisher sind die Nährstoff-Angaben auf Verpackungen größtenteils freiwillig. Künftig wird die Kennzeichnung für alle Lebensmittel Pflicht.»
Dann müssten neben den Kalorien auch der Fettanteil, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker und Salz in absoluten Grammangaben angegeben werden. Ob die Kalorienangabe auch pro Portion und in Relation zum täglichen Tagesbedarf aufgedruckt sein muss, werde noch verhandelt, erklärte Aigner. «Ich persönlich bin dafür. So kann der Käufer sein Kalorien-Konto besser einschätzen.»

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