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13. März 2010
Prävention als aktiver Kinderschutz
Frankfurt/Main - Etwa ein Prozent aller Männer zwischen 18 und 75 Jahren fühlt sich laut wissenschaftlichen Schätzungen von Kindern sexuell angezogen. Für Deutschland bedeutet das, dass es rund 200.000 so genannte Pädophile gibt. Pädophilie ist nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nicht heilbar - dennoch muss nicht jeder Pädophile zwangsläufig auch zum Sexualverbrecher werden. Doch was sollen Männer tun, die diese Veranlagung in sich spüren, aber dennoch nicht Kinder sexuell missbrauchen wollen, auch wenn es ihnen noch so schwer fällt?
Im Rahmen des Forschungsprojekts «Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch im Dunkelfeld» an der Berliner Charité finden seit Juni 2005 solche Männer therapeutische Unterstützung. Das Projekt richtet sich an Personen - der Erfahrung nach fast ausschließlich Männer -, die ohne rechtlichen Druck therapeutische Hilfe suchen. Sie sollen lernen, mit ihren sexuellen Impulsen so umzugehen, dass sie weder Kinder noch sich selbst schädigen. Im Mittelpunkt der Therapie steht dabei die vollständige Übernahme der Verantwortung der Pädophilen für ihr sexuelles Verhalten.
Unter Pädophilie versteht man eine Störung der Sexualpräferenz, bei der die sexuelle Ausrichtung auf Kinder vor der Pubertät bezogen ist. Wird dieser Neigung nachgegeben und es kommt zu sexuellen Handlungen mit Kindern, dann spricht man von Pädosexualität, die dem strafrechtlichen Begriff des sexuellen Missbrauchs entspricht.
«Weil die Diagnostik und Behandlung sexueller Störungen weder Gegenstand der Facharzt- beziehungsweise Fachtherapeutenausbildung noch Gegenstand des Leistungskatalogs der Krankenkassen sind, existieren im ambulanten Bereich so gut wie keine qualifizierten Therapieangebote für Personen mit sexuellen Präferenz- und Verhaltensstörungen», heißt es auf der Homepage des Präventionsprojekts der Charité, das nach eigenen Angaben das weltweit einzige derartige Projekt ist. weiterlesen >>

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