Vertrauen der Wirtschaft in den Euro wackelt
veröffentlicht am 13.03.2010

Das Vertrauen der Wirtschaft in den Euro wackelt. Nach einer Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young unter 700 Unternehmen in Deutschland haben aktuell nur noch 40 Prozent der Firmen großes oder sehr großes Vertrauen in die europäische Gemeinschaftswährung. Im Oktober 2009 lag der Anteil noch bei 60 Prozent.
Stuttgart - Das Vertrauen der Wirtschaft in den Euro wackelt. Nach einer Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young unter 700 Unternehmen in Deutschland haben aktuell nur noch 40 Prozent der Firmen großes oder sehr großes Vertrauen in die europäische Gemeinschaftswährung. Im Oktober 2009 lag der Anteil noch bei 60 Prozent.
Ein Auseinanderbrechen der Eurozone erwartet die übergroße Mehrheit der Befragten allerdings nicht. Trotz der Probleme vor allem Griechenlands mit der hohen Staatsverschuldung machen sich der Umfrage zufolge nur 6 Prozent große Sorgen über ein mögliches Auseinanderfallen der Währungsgemeinschaft, weitere 28 Prozent äußern sich leicht besorgt. 77 Prozent geben hingegen an, dass sie Vertrauen in den Zusammenhalt der Eurozone haben.
Überraschend sei dabei sogar das Vertrauen der Manager in Notenbanken beziehungsweise Zentralbanken deutlich um 13 Prozentpunkte auf 69 Prozent gestiegen. Die Griechenland-Krise und die daraus resultierende Schwäche des Euro werde offenbar eindeutig als Problem der EU-Mitgliedstaaten und nicht als Problem der Europäischen Zentralbank begriffen, erklärte Ernst & Young.
Deutlich gesunken ist allerdings das Ansehen von Regierungen und staatlichen Stellen. In die Arbeit der Bundesregierung haben aktuell 60 Prozent der Befragten mittleres bis großes Vertrauen (Oktober 2009: 75 Prozent), in Staaten/Regierungen im Allgemeinen nur noch 56 Prozent statt zuvor 68 Prozent.
Georg Graf Waldersee von Ernst & Young warnte allerdings davor, diese Entwicklung überzubewerten: «Nach Ausbruch der Krise befand sich die Wirtschaft in einer Schockstarre - die Regierungen zeigten sich hingegen handlungsfähig und konnten mit ihrem beherzten Eingreifen eine schlimmere Krise verhindern. Sie verdienten sich mit ihrem erfolgreichen Krisenmanagement die Anerkennung der Manager. Was wir jetzt sehen, ist eine Rückkehr zum Normalzustand: Regierungen und staatliche Eingriffe in die Wirtschaft werden generell von Unternehmern eher kritisch beurteilt.» (© AP)




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