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13. März 2010

Medikament gegen Schädelhirntrauma erfolgreich getestet



Magdeburg - Gegen Gehirnerschütterung ist bislang kein Kraut gewachsen. Seit Jahrzehnten suchen Forscher weltweit nach einem Medikament, das die Zerstörung von Hirnzellen nach einem schweren Schädelhirntrauma aufhalten kann. Magdeburger Wissenschaftlern ist nach eigenen Angaben dabei ein Durchbruch gelungen. Sie haben erstmals einen Wirkstoff erfolgreich an Patienten getestet.

14 Kliniken in drei Ländern Europas beteiligten sich an der Studie. Untersucht wurden Menschen mit schwersten Hirnschädigungen, die bleibende Störungen des Nervensystems zur Folge haben. Dazu gehören anhaltende Bewusstlosigkeit, Lähmungen, Sprach-, Gedächtnis- und intellektuelle Störungen. 97 Patienten mit schwersten Schädelhirntraumata wurden mit zwei unterschiedlichen Dosen des Wirkstoffs beziehungsweise mit Placebos behandelt.

Der Wirkstoff wurde einmalig über eine 24-stündige Infusion verabreicht. Raimund Firsching, Professor für Neurochirurgie an der Universitätsklinik Magdeburg, koordinierte die Pilotstudie. «Die Studie belegt, dass die Zahl der Todesfälle in den ersten 30 Tagen nach einem Unfall durch den Wirkstoff gesenkt werden konnte», resümiert Raimund Firsching. «Allerdings», schränkt der Neurochirurg ein, «handelt es sich zunächst um eine Pilotstudie mit einer begrenzten Zahl von Patienten.»

In der Vergangenheit schlugen alle Bemühungen fehl, Schädelhirntraumata mit Medikamenten zu behandeln. «Lange Zeit setzte man auf Cortisone, bis sich herausstellte, dass sie sogar schädlich sind», konstatiert Raimund Firsching. Bei einem Schädelhirntrauma funktionieren teilgeschädigte Zellen zunächst noch, bis sie schließlich unvermeidlich vom Zelltod ereilt werden. Konventionell werden bewusstlose Patienten bislang beatmet und ihr Kopf innerhalb einer Stunde mit bildgebenden Methoden untersucht.  weiterlesen >>


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