Solarstrom-Pionier verlässt Q-Cells
veröffentlicht am 12.03.2010

Der Gründer und Vorstandschef des weltweit größten Solarzellen-Herstellers, Anton Milner, hat angesichts wachsender Verluste seinen Hut genommen. Als Nachfolger soll Finanzchef Nedim Cen das schwer angeschlagene Unternehmen sanieren.
Berlin - Der Gründer und Vorstandschef des weltweit größten Solarzellen-Herstellers, Anton Milner, hat angesichts wachsender Verluste seinen Hut genommen. Als Nachfolger soll Finanzchef Nedim Cen das schwer angeschlagene Unternehmen sanieren.
Milner erklärte am Donnerstag in Bitterfeld-Wolfen, «die dramatisch schlechten Zahlen für das Geschäftsjahr 2009» hätten «zu einem hohen Vertrauensverlust insbesondere am Kapitalmarkt geführt». Deshalb mache er jetzt «den Weg für einen Wechsel frei». Der Preisverfall für Solarzellen hatte Q-Cells weit stärker getroffen als die Konkurrenz. Der Verlust wuchs in den ersten drei Quartalen bereits auf fast eine Milliarde Euro, der Umsatz halbierte sich auf eine halbe Milliarde.
Der neue Vorstandschef Cen sagte, er wolle «das Wachstum von Großprojekten zugunsten eines Einstiegs in das Modul- und Kleinanlagengeschäft umschichten» und die Kostenstrukturen neu ausrichten. Die Refinanzierung für das laufende Jahr sei gesichert.
Aufsichtsratschef Marcel Brenninkmeijer sagte: «Anton Milner ist ein Pionier der Solarbranche und steht für den Aufstieg des Unternehmens zum weltweit größten Solarzellenhersteller.» Doch um das Unternehmen in einem überaus schwierigen Markt wieder auf Kurs zu bringen, sei eine konsequente Neuausrichtung nötig.
Q-Cells produziert in Bitterfeld-Wolfen und in Malaysia Solarzellen und Photovoltaik-Systeme. Siemens und der norwegische Stromkonzern Statkraft unterzeichneten unterdessen einen Vertrag zum Bau von Solaranlagen in Italien. Ab Jahresende soll das Sonnenkraftwerk mit 40 Megawatt 14.000 Haushalte mit Strom versorgen. (© AP)




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