"Unser Star für Oslo": Lena Meyer-Landrut noch als Favoritin im Renen
veröffentlicht am 11.03.2010

Alles beginnt an einem Dienstagabend im Privatfernsehen. Eine junge Frau, braune Haare, dunkle Augen, gerade einmal 18 Jahre alt, erscheint im Rampenlicht der deutschen Öffentlichkeit. Schon wenige Tage später jubeln die Zeitungen: Sie soll «Unser Star für Oslo» werden, diese Lena Meyer-Landrut, eine Abiturientin aus Hannover.
Köln - Alles beginnt an einem Dienstagabend im Privatfernsehen. Eine junge Frau, braune Haare, dunkle Augen, gerade einmal 18 Jahre alt, erscheint im Rampenlicht der deutschen Öffentlichkeit. Schon wenige Tage später jubeln die Zeitungen: Sie soll «Unser Star für Oslo» werden, diese Lena Meyer-Landrut, eine Abiturientin aus Hannover. Sieben Shows und sechs Wochen später steht sie tatsächlich im Finale um das Ticket für den Eurovision Song Contest.
Viele fragen sich nun: Wie will sich diese junge Frau der großen Aufgabe stellen? «Das weiß ich noch nicht, wie ich mich darauf vorbereite», sagt sie im Gespräch mit der Nachrichtenagentur DAPD, forsch im Ton, so wie sie das Fernsehpublikum in den Castingshows bei ProSieben und ARD bisher erlebt hat. Die Menschen begeistern sich an ihrer eigentümliche Art, der Songauswahl abseits vom Mainstream, dem tippelnden Tanzschritt, der viel gelobten perfekten englischen Aussprache. Doch reicht das alles für den Sieg in Oslo?
Sie lasse das jetzt einfach auf sich zukommen, sagt Lena. «Darüber mache ich mir noch keinen Kopf. Jetzt steht erst einmal das Finale an.» Der Druck sei ja gar nicht so hoch angesichts der herben Verluste für Deutschland in den vergangenen Jahren beim Grand Prix. Viel schlechter könne es mit ihr auch nicht laufen.
Zwei Kleinigkeiten allerdings sind vor dem großen Auftritt in Oslo am 29. Mai noch nicht geklärt. Erstens gibt es da Konkurrentin Jennifer Braun, gegen die Lena sich in der Vorentscheidung durchsetzen muss, und die bisher nur wenige auf dem Zettel hatten als mögliche Gewinnerin. Zweitens muss das Publikum in der Final-Sendung nicht allein zwischen den beiden Kandidatinnen entscheiden, sondern auch zwischen drei Liedern. Der Gewinnertitel soll dann auch der Song für Oslo werden. Es dürfte allerdings eine große Herausforderung für die Produzenten um TV-Mastermind Stefan Raab sein, einen solchen Hit zu komponieren, der sowohl auf das eher ungewöhnliche Lena-Image, als auch zu Rockröhre Jenny passt.
Favoritin Meyer-Landrut zeigt sich dennoch optimistisch: «Die Songs, die wir im Finale singen, sind ja unter Absprache mit uns ausgewählt worden. Wir haben da auch ein ganz kleines Mitspracherecht.» Es würden keine Lieder gemacht, die sie überhaupt nicht widerspiegeln könnten. Eine Taktik für Oslo, ein bestimmtes Outfit oder ähnliches habe sie noch nicht entwickelt. Lena setzt auf ihre Persönlichkeit: «Wenn ich mich jetzt schon abgehoben habe und bis zu den letzten Zwei in dieser Show gekommen bin, vielleicht klappt das dann auch in Oslo. Wenn nicht, dann auch gut.»
So unbefangen Lena in den Sendungen bisher daher zu plaudern scheint, so verschlossen gibt sie sich auf Fragen nach ihrem persönlichen Umfeld. Gerade das habe sie bei Dieter Bohlens «Deutschland sucht den Superstar» immer so gestört, dass mehr das Private im Vordergrund stehe als der Gesang.
Jeder kann sich jedoch vorstellen, wie Mitschüler auf einen derartigen Medienhype reagieren, wohl nicht immer so gut gelaunt wie Lena. Sie aber sagt: «Missgunst habe ich persönlich noch nicht so viel ertragen müssen. Eigentlich freuen sich alle, und alle sind stolz.» Bei den besten Freunden gebe es ein bisschen Trauer, weil sie im Moment so wenig Zeit miteinander verbringen könnten. «Meine Familie und meine besten Freunde stehen hinter mir. Das reicht auch», sagt Lena.
Es gäbe da nicht unglaublich viele, aber die guten Freunde seien auch immer da. Was aber ist mit einem besten Freund, einem Boyfriend, wie die «Bravo» es nennen würde? Single - ja oder nein? «Meine Standardantwort lautet da: Ich bin zum achten Mal zwangsverheiratet.» (© AP)




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