Deutsche Lufthansa: Neue Konzerntöchter machen Sorgen

veröffentlicht am 11.03.2010


Die Lufthansa erwartet nach dem ersten Konzernverlust seit 2003 einen nur zögerlichen Aufschwung. In diesem Jahr will die größte deutsche Airline zwar ein höheres Betriebsergebnis einfliegen als 2009, eine genaue Prognose wagte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber am Donnerstag jedoch nicht. Er verwies auf Risiken wie den Tarifkonflikt mit den Piloten und die Entwicklung des Ölpreises.

 

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Frankfurt/Main - Die Lufthansa erwartet nach dem ersten Konzernverlust seit 2003 einen nur zögerlichen Aufschwung. In diesem Jahr will die größte deutsche Airline zwar ein höheres Betriebsergebnis einfliegen als 2009, eine genaue Prognose wagte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber am Donnerstag jedoch nicht. Er verwies auf Risiken wie den Tarifkonflikt mit den Piloten und die Entwicklung des Ölpreises. Baustellen sind auch die neuen Konzerntöchter AUA und bmi.


Die Lufthansa sei vorsichtig optimistisch - wobei die Betonung auf «vorsichtig» liege, sagte Finanzvorstand Stephan Gemkow. Erst 2011 sei wieder mit einer deutlichen Steigerung des operativen Ergebnisses zu rechnen, das im Krisenjahr 2009 mit 130 Millionen Euro gerade noch im Plus landete. Im Kerngeschäft schrieb die Lufthansa dabei rote Zahlen: Beim Passagiergeschäft gab es ein Minus von acht Millionen Euro, wobei nur die Swiss und die Billigflugtochter Germanwings Gewinn machten. Die Lufthansa-Passage stürzte mit minus 107 Millionen Euro tief in die Verlustzone.


Grund war vor allem der Preisverfall, den eine dramatisch zurückgehende Nachfrage und Überkapazitäten in der Branche verursachten. «Der Krisengewinner 2009 war der Kunde mit erheblichen Preisnachlässen», sagte Mayrhuber. Noch sei unklar, wann die Nachfrage wieder nachhaltig anziehe.


Deshalb wird der Rotstift angesetzt: Das Sparprogramm Climb soll allein im Geschäftsfeld Passage ab Ende 2011 eine Ergebnisverbesserung von einer Milliarde Euro jährlich bringen. Der Kunde werde davon nichts merken, versprach Mayrhuber: «Kosten sparen und Qualität steigern ist für mich absolut kein Widerspruch.»


Ein Klotz am Bein des Kranichs bleiben die im vergangenen Jahr erworbenen Töchter Austrian Airlines und die britische bmi. Die AUA durchläuft ein Sanierungsprogramm und soll 2011 keine Verluste mehr machen. bmi wird zurechtgestutzt und soll binnen drei Jahren den Turnaround schaffen - wobei die Lufthansa einen Verkauf des britischen Sorgenkindes nicht ausschließt.


Zufrieden kann der Konzern derzeit nur mit Blick auf die Wettbewerber sein. Die vergleichbare operative Marge liege bei immer noch 1,4 Prozent, Air France dagegen bei minus 4,9 und British Airways bei minus 1,4 Prozent. Insgesamt sieht sich die Lufthansa bestens gerüstet. «Wir werden diese Krise erfolgreich durchfliegen und mit anziehender Konjunktur auch wieder zu neuen Höhenflügen durchstarten», sagte Mayrhuber.


Im Krisenjahr 2009 gingen Umsatz, operativer Gewinn und Konzernergebnis deutlich zurück. Die Erlöse brachen um 10,3 Prozent auf 22,3 Milliarden Euro ein, der Betriebsgewinn stürzte um mehr als eine Milliarde Euro ab. Unterm Strich flog der Konzern einen Verlust von 112 Millionen Euro ein, nach einem Gewinn von gut einer halben Milliarde Euro im Vorjahr. Eine Dividende zahlt die Lufthansa deshalb für 2009 nicht.  (© AP)



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