Optimistischer Außenhandel

veröffentlicht am 11.03.2010


Nach dem schwärzesten Jahr in seiner Geschichte rechnet der deutsche Außenhandel für 2010 wieder mit einem deutlichen Wachstum. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen prognostizierte am Donnerstag in Berlin einen Anstieg der Exporte um neun Prozent auf 875,5 Milliarden Euro. Für die Einfuhren wird eine Steigerung von sieben Prozent auf 713,8 Milliarden Euro erwartet.

 

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Berlin - Nach dem schwärzesten Jahr in seiner Geschichte rechnet der deutsche Außenhandel für 2010 wieder mit einem deutlichen Wachstum. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen prognostizierte am Donnerstag in Berlin einen Anstieg der Exporte um neun Prozent auf 875,5 Milliarden Euro. Für die Einfuhren wird eine Steigerung von sieben Prozent auf 713,8 Milliarden Euro erwartet. Das wirke sich mit einem Plus von drei Prozent auch positiv auf das Bruttoinlandsprodukt aus.


Die Regierung rechnet für dieses Jahr nur mit einem BIP-Wachstum von 1,4 Prozent. BGA-Präsident Anton Börner begründete seine optimistische Prognose neben den Aufwärtssignalen aus dem Außenhandel (plus 0,7 Prozent) mit Effekten aus den Konjunkturpaketen (plus 0,7 Prozent) und dem «Bereich Steuerentlastung» (plus 0,5 Prozent) sowie einem statistischen Nachholeffekt (1,0 Prozent).


Im Krisenjahr 2009 waren die Exporte den Angaben zufolge um 18,4 Prozent auf 803,2 Milliarden Euro, die Importe um 17,2 Prozent auf 667,1 Milliarden Euro abgestürzt. Börner sagte, Einbrüche habe es insbesondere in den deutschen Paradedisziplinen Maschinenbau und Kraftfahrzeuge gegeben. Der Handel mit den EU-Staaten sei noch stärker betroffen gewesen als der mit den übrigen Ländern.


Trotz der optimistischen Einschätzung für 2010 stecke man noch mitten in der Krisenbewältigung, betonte Börner. Eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau werde wohl erst 2013 erreichbar sein.


Die positive Prognose begründete Börner mit einer sich langsam lösenden «Schockstarre im Welthandel». «Insbesondere die führenden Schwellenländer wie China und Brasilien, aber auch die Vereinigten Staaten, entfalten wieder eine höhere Wachstumsdynamik», sagte der BGA-Präsident. Als dynamischsten Wachstumsmarkt für den deutschen Export sehe er 2010 China.


Börner räumte ein, die vorhergesagte Erholung stehe «auf wackligen Füßen». Mit Blick auf 2011 und die Folgejahre könne man nicht von einem selbsttragenden Aufschwung sprechen. Für 2011 rechne er mit einer BIP-Steigerung von «deutlich unter 1,5 Prozent».


Gravierende Gefahrenherde müssten dringend beseitigt werden, «um die Handbremse für die weltweite Konjunkturerholung endlich zu lösen», forderte Börner. So stünden über der Erholung des wichtigsten Wirtschaftspartners, der Europäischen Union, noch große Fragezeichen.


Zudem habe die Möglichkeit eines Staatsbankrotts Griechenlands und eines daraus drohenden Dominoeffekts für Länder wie Portugal, Spanien, Italien und Irland zu einer erheblichen Verunsicherung des Wirtschaftsklimas geführt, sagte Börner. Für die südeuropäischen Länder müsse eine Lösung unter Führung des Internationalen Währungsfonds gefunden werden. Der Einrichtung eines Europäischen Währungsfonds stehe er aber äußerst skeptisch gegenüber.


Den Titel des Exportweltmeisters wird Deutschland nach Einschätzung Börners nicht so schnell zurückerobern können. Er gehe davon aus, «dass China für lange Zeit Exportweltmeister bleibt». China hatte Deutschland im Krisenjahr 2009 den Rang des Exportweltmeisters abgelaufen.  (© AP)


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