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Die Katastrophenhilfe geht online

veröffentlicht am 11.03.2010


Zwei Monate nach der Erdbebenkatastrophe in Haiti leben noch mehr als 600.000 Menschen in Zelten und anderen Notunterkünften. Für die Koordination der Hilfe nutzen die humanitären Organisationen Google Earth. «Die Katastrophenhilfe geht online», sagt der Rotkreuz-Sprecher in Haiti, Alex Wynter.

 

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Genf - Zwei Monate nach der Erdbebenkatastrophe in Haiti leben noch mehr als 600.000 Menschen in Zelten und anderen Notunterkünften. Für die Koordination der Hilfe nutzen die humanitären Organisationen Google Earth. «Die Katastrophenhilfe geht online», sagt der Rotkreuz-Sprecher in Haiti, Alex Wynter.


Die Helfer haben bei Google ein Forum eingerichtet, das CCCM Cluster Haiti, um die geographischen Daten von 414 Zeltsiedlungen, Kirchen, Regierungsgebäuden, Schulen und Flüchtlingslagern zu sammeln. Das Ergebnis ist eine Karte, die mit der Software Google Earth aufgerufen werden kann. Das Kartenbild von Port-au-Prince wird hier mit einer Vielzahl von blauen Punkten bedeckt. Sie bezeichnen die oft nur als «IDP» bezeichneten Lager für «Internally Displaced Persons», also für Bewohner, die im eigenen Land entwurzelt sind.


Klickt man auf einen dieser blauen Punkte, erscheinen Informationen wie die genaue geographische Lage und die Zahl der dort untergebrachten Einzelpersonen und Familien. Die Karte wird fortlaufend aktualisiert, so dass Regierung und Hilfsorganisationen ständig den laufenden Bedarf an Hilfe absehen können.


«Es ist das erste Mal, dass ein derart detailliertes Informationssystem nach einer großen Katastrophe eingerichtet wurde», sagt Jean-Philippe Chauzy von der Internationalen Organisation für Migration (IOM), die sich für das Projekt mit Google, den Vereinten Nationen und der Organisation iMMAP zusammengetan hat. Der nächste Schritt müsse jetzt darin bestehen, die Informationen auf unterschiedlichen Webseiten zusammenzuführen, sagt der an dem Projekt beteiligte IOM-Mitarbeiter Brian Kelly.


Kelly hofft, dass bei künftigen Einsätzen die Betroffenen selbst über ihre Lage Auskunft geben. Denn die ersten Fragen bei einer Katastrophe seien immer die gleichen: «Wo ist jemand? Wie sind die Bedingungen? Welche Hilfe wird gebraucht?» Wenn die Antworten auf diese Fragen schnell gebündelt werden könnten, sei es möglich, einen großen Teil der Zeit und des Aufwands einzusparen, der jetzt noch für die Logistik erforderlich sei, erklärt Kelly. «Wir müssen nicht im dritten Monat, sondern schon in der zweiten Woche verstehen, wohin die Leute gegangen sind und was ihre Lebensbedingungen sind.»  (© AP)



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