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11. März 2010
Bologna-Prozess: Bildungsministerin sieht noch zu viele Prüfungen und Spezialisierungen
Berlin - Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat Verbesserungen bei der Umsetzung des sogenannten Bologna-Prozesses an deutschen Hochschulen angemahnt. Im Deutschlandradio Kultur kritisierte die CDU-Politikerin am Donnerstag, es gebe einen zu hohen Umfang an Inhalten, und es herrsche die Vorstellung, alles müsse geprüft werden. Gegen den Bologna-Prozess zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulsystems und seine Handhabung hatte es vor Wochen eine breite Protestwelle der Studenten an deutschen und ausländischen Universitäten gegeben.
Schavan bemängelte, außerdem erschwere zu viel Spezialisierung die Mobilität der Studierenden: «Ich glaube, das was jetzt unbedingt angegangen werden muss, ist, 15 Prozent der Inhalte sollen Studium generale sein, also... eine wirkliche Grundlage, die in vielen Hochschulen noch nicht verwirklicht ist». Zudem räumte die Ministerin ein, dass es noch immer Probleme bei der wechselseitigen Anerkennung von Studienabschlüssen gibt. «Wo Studiengänge entstanden sind, deren Abschlüsse dann woanders nicht anerkannt werden, wird Bologna konterkariert», prangerte sie an.
Die Kritik an den Studienbedingungen der neuen Bachelor-Studiengänge wies Schavan dagegen als «überspitzt» zurück. Viele Studierende seien zeitlich nicht überlastet, auch seien die Betreuungsverhältnisse besser als früher: «75 Prozent der Studierenden sagen, diese neue Studienstruktur ist gut... Die Masse hat studiert, während die Proteste stattgefunden haben», wird die Bildungsministerin zitiert.
Im Übrigen werde derzeit die sogenannte «dritte Säule» des Hochschulpaktes konzipiert. «Der Bund wird zwei Milliarden zusätzlich ausschließlich für Lehre investieren. Das ist die größte Investition in die Lehre überhaupt», hob Schavan hervor.

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