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Amoklauf von Winnenden: Streit über die Konsequenzen

veröffentlicht am 11.03.2010


Zum Jahrestag des Amoklaufs von Winnenden gibt es Streit bei der Beurteilung des Erfolgs der politischen Konsequenzen. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) warnte, Deutschlands Schulen seien nach wie vor keine sicheren Orte. Immer noch kämen junge Männer, die auf dem Kriegspfad seien, viel zu leicht an Waffen heran.

 

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Frankfurt/Main - Zum Jahrestag des Amoklaufs von Winnenden gibt es Streit bei der Beurteilung des Erfolgs der politischen Konsequenzen. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) warnte, Deutschlands Schulen seien nach wie vor keine sicheren Orte. Immer noch kämen junge Männer, die auf dem Kriegspfad seien, viel zu leicht an Waffen heran. Dagegen hält der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach, die Reform des Waffenrechts nach Winnenden für erfolgreich.


«Auch ein Jahr nach dem schrecklichen Amoklauf hat sich in punkto Sicherheit an deutschen Schulen nichts verbessert», sagte der BDK-Vorsitzende Klaus Jansen der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Im Gegenteil: Gewalt an Schulen nehme weiter zu. Stichproben der Behörden in Baden-Württemberg hätten ergeben, dass mehr als die Hälfte der Waffenbesitzer ihre Pistolen und Munition nicht wie vorgeschrieben unter Verschluss halte.


Jansen warf der Politik vor, sie habe «vor der Waffenlobby kapituliert». Noch immer seien schwere Waffen in Privathand legal, noch immer dürften Waffe und Munition in derselben Wohnung aufbewahrt werden. «Das Hobby des Schießsports hat in Deutschland nach wie vor Vorrang vor Menschenleben.» Vor diesem Hintergrund habe der heutige Gedenktag für die Hinterbliebenen einen bitteren Beigeschmack.


«Die Änderung des Waffengesetzes hat einen deutlichen Sicherheitsgewinn gebracht», sagte dagegen CDU-Politiker Bosbach der «Mitteldeutschen Zeitung». Die Reform habe das Bewusstsein dafür geschärft, dass Waffen gerade zu Hause sicher aufbewahrt werden müssen, sagte Bosbach. Die Reform sieht unter anderem verdachtsunabhängige Kontrollen von Waffenbesitzern vor. Zudem seien im Zuge der Amnestiereglung allein in Schleswig-Holstein 10.000 illegale Waffen zurückgegeben worden, sagte Bosbach.  (© AP)



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