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11. März 2010

Bestattungsunternehmen in Taiwan florieren



Als Yuan Cheng-yi vor rund fünf Jahren bei Lung Yen anfing, waren gute Verdienstmöglichkeiten ein wichtiger Beweggrund für sie. Die frühere Kosmetikerin stellte fest, dass die Arbeit an toten Körpern mehr einbrachte als an lebenden. Tote herauszuputzen braucht aber auch viel handwerkliches Geschick, wie sie berichtet. «Die Haut eines eiskalten Körpers ist extrem zart und löst sich ganz leicht ab, wenn man sie nicht vorsichtig behandelt», erzählt sie. «Und nur eine erstklassige Massage kann einen toten Körper entspannen und einen friedlichen Ausdruck auf das Gesicht bringen.»

Die Kunst des Einbalsamierens ist in der westlichen Welt weit verbreitet, doch die taiwanesischen Bestattungsinstitute scheinen ein neues Niveau erreicht zu haben. Das Angebot von Lung Yen klingt denn auch wie aus einem erstklassigen Wellness-Institut. Zu einem Preis von 55.000 Taiwanesischen Dollar (umgerechnet gut 1.250 Euro) beinhaltet es Reinigung, Massage, Make-up und auf Wunsch auch einen Haarschnitt für den Verstorbenen. Die Angehörigen können zuschauen.

«Es hat uns sehr bewegt, als wir sahen, wie sie dieses letzte Maß an Frieden und Würde bekam», sagt Wu Ai-hua, nachdem sie zwei Stunden dem Baden und Massieren ihrer verstorbenen 91-jährigen Schwiegermutter beigewohnt hatte. Trotz der folgenden Einäscherung sei es der Aufwand in jedem Fall wertgewesen.

Begräbnisse sind in Taiwan traditionell extrem aufwendig. Oft ziehen sich die Zeremonien über Wochen hin, mit opulenten Prozessionen mit Blaskapellen, Tänzerinnen und extra engagierten Trauergästen, die gegen Geld um Verstorbene anderer Leute weinen.  weiterlesen >>


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