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10. März 2010
Horrorbeben in Haiti: Angst vor nahender Regenzeit macht sich breit
Port-au-Prince - Ihr Haus liegt in Trümmern, die Kirche ist eine Ruine und die Flitterwochen verbringen sie in einem Zelt zusammen mit acht Verwandten. Doch all das hat Emmanuel Beauzile und Mary Leon nicht davon abgehalten, sich in den Ruinen der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince das Jawort zu geben. Es ist ihnen aber schwergefallen, nicht an diejenigen zu denken, die zur Trauung gekommen wären, wenn sie nicht wenige Wochen vorher bei dem verheerenden Erdbeben gestorben wären.
Am Freitag (12. März) sind zwei Monate vergangen, seitdem die die Katastrophe über den bettelarmen Karibikstaat hereinbrach. Rund 230.000 Menschen verloren ihr Leben, 1,2 Millionen wurden obdachlos. Nicht alle Zeichen wecken so viel Hoffnung, wie die Trümmer-Hochzeit. Zwar summieren sich die Spenden aus aller Welt nun schon auf 1,6 Milliarden Euro. Selbst Afghanistan, sonst eher ein Empfänger von Hilfsgeldern, gab rund 150.000 Euro. Trotzdem wächst die Kritik an der Aufbauleistung.
Die Helfer gaben den Obdachlosen Zelte; 4,3 Millionen Menschen bekamen Notrationen, und Tausende profitierten von medizinischer Versorgung. Die Soforthilfe kann sich also sehen lassen. Doch die Obdachlosen leben nun in verdreckten Lagern, kaum jemand wird sich in naher Zukunft von einem eigenen Einkommen ernähren können, und eine ärztliche Langzeitversorgung ist nicht mal abzusehen. Und jetzt naht auch noch die Regenzeit etwas früher als erwartet - die Nässe könnte alles viel schlimmer machen. Wut und Resignation bei den Opfern sind zu befürchten.
Trotz der vielen Spenden hat jemand «Nieder mit den Dieben von den Nicht-Regierungs-Organisationen» auf die zerborstenen Wände entlang der Straße zwischen dem Flughafen und einer UN-Basis geschmiert. Nicht nur Graffiti-Sprüher, sondern auch Ministerpräsident Jean-Max Bellerive und andere hochrangige Politiker sind unzufrieden mit den Hilfsorganisationen. «Zu viele Leute sammeln Geld ohne jegliche Kontrolle, und dann sagen sie nicht, was sie damit vorhaben», sagte Bellerive der Nachrichtenagentur AP. weiterlesen >>

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