Lehrerverband spricht sich für Missbrauchs-Beauftragte aus
veröffentlicht am 08.03.2010

Angesichts immer neuer Missbrauchsfälle an Schulen hat der Deutsche Lehrerverband die Ernennung von Sonderbeauftragten durch alle Kultusminister gefordert. «Die Kultusminister haben die verfassungsrechtliche Pflicht, Fälle sexuellen Missbrauchs an Schulen rasch aufzudecken und an die Justiz weiterzuleiten», sagte Verbandspräsident Josef Kraus der «Neuen Osnabrücker Zeitung» laut Vorabmeldung. Die Sonderbeauftragten sollten Hinweisen in Zusammenarbeit mit der örtlichen Schulaufsicht zügig nachgehen.
Osnabrück - Angesichts immer neuer Missbrauchsfälle an Schulen hat der Deutsche Lehrerverband die Ernennung von Sonderbeauftragten durch alle Kultusminister gefordert. «Die Kultusminister haben die verfassungsrechtliche Pflicht, Fälle sexuellen Missbrauchs an Schulen rasch aufzudecken und an die Justiz weiterzuleiten», sagte Verbandspräsident Josef Kraus der «Neuen Osnabrücker Zeitung» laut Vorabmeldung. Die Sonderbeauftragten sollten Hinweisen in Zusammenarbeit mit der örtlichen Schulaufsicht zügig nachgehen.
Die Schulen stünden laut dem Grundgesetz unter der Aufsicht des Staates, auch Einrichtungen in privater und kirchlicher Trägerschaft, sagte Kraus: «Das Problem des Missbrauchs von Schülern darf nicht den Kirchen überlassen bleiben, hier muss auch die staatliche Schulverwaltung genau hinschauen.»
Der Lehrerverbands-Präsident forderte ein «Sondertreffen der Kultusministerkonferenz noch im März, um ein bundesweit abgestimmtes Vorgehen zu beschließen.» Bis zur nächsten planmäßigen Konferenz Ende Mai dürfe man angesichts der Brisanz des Themas nicht warten. Es gelte, das Vertrauen von Schülern und Eltern in die deutschen Schulen nicht zu verspielen. «Es wäre fatal, wenn einzelne Fälle zu einem Generalverdacht gegen alle Schulen führen würden», sagte Kraus. Gerade die bundesweit etwa 4.000 Schulen in freier Trägerschaft hätten bisher hohes Ansehen genossen. (© AP)




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