Häufige Terrorwarnungen lassen die Menschen abstumpfen
veröffentlicht am 07.03.2010

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hält nichts von zu häufigen Warnungen vor Terroranschlägen. «Wenn es sein muss, spreche ich auch eine Warnung aus. Aber zu häufige öffentliche Warnungen führen dazu, dass die Menschen abstumpfen», sagte der CDU-Politiker der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» zufolge.
Frankfurt/Main - Bundesinnenminister Thomas de Maizière hält nichts von zu häufigen Warnungen vor Terroranschlägen. «Wenn es sein muss, spreche ich auch eine Warnung aus. Aber zu häufige öffentliche Warnungen führen dazu, dass die Menschen abstumpfen», sagte der CDU-Politiker der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» zufolge. Die Zahl der Ermittlungsverfahren mit islamistisch-terroristischem Hintergrund erreichte einem Bericht zufolge mit zuletzt 323 Fällen in Deutschland einen neuen Höchststand.
De Maizières Vorgänger im Amt des Innenministers, der heutige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, war wegen seiner häufigen Warnungen vor Terroranschlägen immer wieder kritisiert worden. Zu seinem eigenen Umgang mit Terrorwarnungen sagte de Maizière: «Das ist in der Tat eine Akzentverschiebung, die ich bewusst vorgenommen habe. Terror lebt vom Verbreiten von Angst und Furcht. Dazu möchte ich keinen Beitrag leisten.»
Zugleich sieht auch de Maizière eine grundsätzliche Gefahr von Terroranschlägen. «Die Gefahr eines terroristischen Anschlags ist unverändert hoch», wird er zitiert. Besonders gefährdet seien die Bundeswehr und deutsche Einrichtungen in Afghanistan. Doch bestehe die Gefahr auch in Nordafrika und dem Jemen.
Wie die «Passauer Neue Presse» berichtete, informierte das Bundeskriminalamt (BKA) kürzlich Innenexperten des Deutschen Bundestages darüber, dass seit Anfang 2009 124 potenzielle Gefährder im Visier von BKA und LKA seien. Die Beamten seien auf 13 Terrordrohungen in deutscher Sprache gestoßen, darunter auch Videos, in denen Anschläge angekündigt würden. Seit 2001 seien in Deutschland sieben Anschläge vereitelt worden oder fehlgeschlagen. (© AP)




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