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06. März 2010
Kinderpornos in Ettal: Zahl der Opfer brutaler Gewalt steigt
Ettal - Brutale Schläge, Missbrauch und nun auch noch Kinderpornos: Im Skandal um das bayerische Kloster Ettal werden immer neue Vorwürfe und größere Opferzahlen bekannt. Dem externen Ermittler Thomas Pfister liegen inzwischen Hinweise auf rund 100 Betroffene vor, wie er am Freitag mitteilte. Zudem berichtete er von einem aktuellen Fall, in dem ein Klostermitglied gestand, Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen und früher Fotos halbnackter Schüler ins Internet gestellt zu haben. Dies sei der Hintergrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen im Kloster Mitte der Woche gewesen.
Der Großteil der Vorwürfe beziehe sich auf Schläge und andere Bestrafungen im Klosterinternat, sagte Pfister. Es habe früher deutlich mehr als zehn Patres gegeben, die systematisch geprügelt hätten. Die Mehrzahl habe zwar nicht selbst zugeschlagen, durch ihr systematisches Schweigen hätten sie den anderen aber erst einen rechtsfreien Raum für ihre Vergehen geschaffen, kritisierte Pfister.
Der Ermittler zitierte Opfer, die von schweren, «voll durchgezogenen» Schlägen, Massenbestrafungen für Nichtigkeiten und anderen massiven Vergehen berichteten. Ein Opfer sei nach eigenen Angaben mit einem Bambusstock geschlagen worden, bis dieser abbrach. Der Junge habe danach auf die Krankenstation gemusst. Ein anderer Ehemaliger sagte, er habe manche Patres als Sadisten oder krankhaft impulsive Schläger in Erinnerung.
Den Berichten zufolge befand sich auch ein ehemaliger amerikanischer Soldat unter den Patres. Dieser sei als Marine im Koreakrieg gewesen und dort traumatisiert worden. Ein Schüler bezeichnete ihn als «den Schlimmsten von allen». Zur Frage der Glaubwürdigkeit der Vorwürfe sagte Pfister, er werde Tag und Nacht von Nachrichten überhäuft. Bisher sei noch keine Einzige dabei gewesen, bei der er hätte sagen müssen, dies sei offensichtlicher Unsinn. weiterlesen >>

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