Armenien-Resolution liegt im US-Repräsentantenhaus
veröffentlicht am 04.03.2010

Zum zweiten Mal seit 2007 berät der außenpolitische Ausschuss des US-Repräsentantenhauses über eine Resolution, mit der die Tötung hunderttausender Armenier während des Ersten Weltkriegs in der Türkei als Völkermord bezeichnet werden soll.
Washington - Zum zweiten Mal seit 2007 berät der außenpolitische Ausschuss des US-Repräsentantenhauses über eine Resolution, mit der die Tötung hunderttausender Armenier während des Ersten Weltkriegs in der Türkei als Völkermord bezeichnet werden soll.
Historiker schätzen, dass damals von ottomanischen Türken bis zu 1,5 Millionen Armenier getötet wurden, viele Forscher sprechen vom ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts. Die Türkei wehrt sich entschieden gegen diese Einschätzung und hat wiederholt erklärt, die Zahl der Toten sei übertrieben, und die Armenier seien Opfer von Bürgerkrieg und Unruhen geworden.
Bei der ersten Beratung des Ausschusses 2007 übte die Regierung des damaligen Präsidenten George W. Bush massiven Druck aus, die Resolution nicht ins Plenum des Repräsentantenhaus zu bringen. Die Türkei rief damals ihren Botschafter aus Washington zurück, und US-Regierungskreise befürchteten, dass die Nutzung eines türkischen Luftwaffenstützpunktes für US-Kampfflugzeuge gefährdet sei, der für den Einsatz im Irak wichtig war.
Aus türkischen Regierungskreisen verlautete am Donnerstag, im Falle einer Völkermord-Resolution lägen wieder «alle Optionen auf dem Tisch» - einschließlich des Rückrufs des Botschafters. Die Regierung von Präsident Barack Obama hat sich bisher nicht in die Diskussion eingeschaltet. (© AP)




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