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Run auf griechische Anleihen

veröffentlicht am 04.03.2010


Im Rahmen seines Sparprogramms bringt Griechenland eine neue zehnjährige Staatsanleihe auf den Finanzmarkt. Hierbei ergab sich schon eine Stunde nach ihrer Ausschreibung am Donnerstag eine deutliche Überzeichnung: Für das vorgesehene Volumen von maximal fünf Milliarden Euro gingen Angebote im Umfang von sieben Milliarden Euro ein, wie die Behörde für die Bewältigung der Schuldenkrise mitteilte.

 

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Athen - Im Rahmen seines Sparprogramms bringt Griechenland eine neue zehnjährige Staatsanleihe auf den Finanzmarkt. Hierbei ergab sich schon eine Stunde nach ihrer Ausschreibung am Donnerstag eine deutliche Überzeichnung: Für das vorgesehene Volumen von maximal fünf Milliarden Euro gingen Angebote im Umfang von sieben Milliarden Euro ein, wie die Behörde für die Bewältigung der Schuldenkrise mitteilte.


Die Regierung in Athen beauftragte fünf Banken mit der Ausgabe der Anleihe. Neben der Nationalen Bank Griechenlands und der Piräus-Bank sind dies die internationalen Banken Barclays Capital, HSBC und Nomura. Griechenland muss bis Mai rund 20 Milliarden Euro Schulden umfinanzieren. 13 Milliarden Euro sind bislang aufgebracht worden, unter anderem über staatliche Schatzanleihen. Jegliche Schritte in diese Richtung werden von den Finanzmärkten genauestens verfolgt.


Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark, zeigte sich überzeugt vom Erfolg des verschärften griechischen Sparprogramms: «Die Griechen machen einen großen Schritt, der deutlich über das Gefragte hinausgeht», sagte Stark der Tageszeitung «Die Welt». Das Direktoriumsmitglied der EZB war am Montag gemeinsam mit EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn nach Griechenland gereist, um mit der Regierung über das Sparprogramm des Mittelmeerstaates zu beraten. Vor Ort habe er neue Entschlossenheit erlebt, die harten Spaßmaßnahmen umzusetzen, sagte Stark.


Dutzende Gewerkschaftsmitglieder protestierten am frühen Donnerstagmorgen vor dem Finanzministerium in Athen erneut gegen die Sparpläne, mit denen die Regierung die Schuldenkrise in den Griff bekommen will. Sie hängten an der Gebäudefassade ein riesiges Spruchband auf mit dem Slogan «Steht auf - geht auf die Straße gegen diese unpopulären Maßnahmen». Angestellte der nationalen Fluggesellschaft Olympic Airways besetzten das zentrale Verwaltungsgebäude. Im Laufe des Tages war eine Großdemonstration in Athen geplant.


Angesichts der schweren Schuldenkrise forderten Politiker von CDU und FDP die griechische Regierung zum Verkauf von Staatseigentum auf. Unter anderem regten sie im Interview der «Bild»-Zeitung die Veräußerung unbewohnter Inseln an. «Ein Bankrotteur muss alles, was er hat, zu Geld machen - um seine Gläubiger zu bedienen. Griechenland besitzt Gebäude, Firmen und unbewohnte Inseln, die für die Schuldentilgung eingesetzt werden können», wird der Vorsitzende der der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT, Josef Schlarmann, zitiert.


FDP-Finanzexperte Frank Schäffler forderte Kanzlerin Angela Merkel auf, Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou bei seinem Berlinbesuch am (morgigen) Freitag keine Hoffnungen auf Finanzhilfen zu machen: «Die Kanzlerin darf keinen Rechtsbruch begehen. Sie muss hart bleiben und darf Griechenland keine Hilfen versprechen.»  (© AP)



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