Die russische Justiz: Ein Fließband für Schuldsprüche
veröffentlicht am 03.03.2010

Der frühere Ölmilliardär Michail Chodorkowski hat die russische Justiz als ein Fließband für Schuldsprüche gegen alle bezeichnet, die vom Staat als gefährlich eingestuft werden. In einem am Mittwoch in der Zeitung «Nesawissimaja Gaseta» veröffentlichten Artikel schrieb der wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilte Ex-Jukos-Chef, er stütze seine Einschätzung auf Beobachtungen von sieben Jahren in russischen Gefängnissen.
Moskau - Der frühere Ölmilliardär Michail Chodorkowski hat die russische Justiz als ein Fließband für Schuldsprüche gegen alle bezeichnet, die vom Staat als gefährlich eingestuft werden. In einem am Mittwoch in der Zeitung «Nesawissimaja Gaseta» veröffentlichten Artikel schrieb der wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilte Ex-Jukos-Chef, er stütze seine Einschätzung auf Beobachtungen von sieben Jahren in russischen Gefängnissen.
Chodorkowski verbüßt derzeit eine achtjährige Haftstrafe. Gegen ihn werden weitere Prozesse vorbereitet, die ihm weiter 20 Jahre Haft einbringen könnten. Das harte Vorgehen gegen Chodorkowski wird in Russland auch als Warnung an alle nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu Reichtum gelangten Geschäftsleute verstanden, sich aus der Politik herauszuhalten. Die Vorwürfe gegen Chodorkowski wurden erhoben, als er politische Ambitionen gegen den damaligen Präsidenten Wladimir Putin erkennen ließ.
Der Europäische Gerichtshof will sich am Donnerstag mit der Frage befassen, ob der Jukos-Konzern unrechtmäßig zerschlagen wurde. (© AP)




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