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Die Hoffnung ruht auf Chomeinis Enkel

veröffentlicht am 02.03.2010


Hassan Chomeini trägt einen großen Namen. Sein Großvater, Ajatollah Ruhollah Chomeini, ist der Gründer der Islamischen Republik Iran. Der 37-jährige Kleriker mit dem freundlichen Lächeln und dem ingwerfarbenen Bart wird von den Machthabern wegen seiner Abstammung geachtet.

 

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Dubai - Hassan Chomeini trägt einen großen Namen. Sein Großvater, Ajatollah Ruhollah Chomeini, ist der Gründer der Islamischen Republik Iran. Der 37-jährige Kleriker mit dem freundlichen Lächeln und dem ingwerfarbenen Bart wird von den Machthabern wegen seiner Abstammung geachtet. Doch gleichzeitig beäugen sie ihn mit Misstrauen, da er Sympathien für die Oppositionsbewegung gezeigt hat. khomeini


Bislang hat sich Chomeini in den politischen Unruhen nach der umstrittenen Wiederwahl des Hardliners Mahmud Ahmadinedschad zum Präsidenten bedeckt gehalten. So hat er kürzlich in seiner Eigenschaft als Aufseher des Mausoleums seines Großvaters Ahmadinedschad während einer offiziellen Zeremonie ehrenvoll empfangen. Auf der anderen Seite verließ er die Veranstaltung etwas früher, um die Familie eines inhaftierten führenden Oppositionellen zu besuchen, Aliresa Beheschti.


Nicht einmal eine Woche nach Chomeinis Besuch wurde Beheschti freigelassen. Ob es da einen Zusammenhang gibt oder ob es sich um einen Zufall handelt, blieb unklar.


Auch wenn Chomeini bisweilen zeigt, dass er der Opposition nahesteht, hat er es bislang stets vermieden, an den Straßenprotesten teilzunehmen oder die beispiellose Autorität seines Familiennamens für die Regierungsgegner in die Waagschale zu werden. Doch in Zukunft könnte der auf ihm liegende Druck zunehmen, eine zentralere Rolle zu spielen.


Auf vielen Websites der Opposition und in zahlreichen Blogs wurden zuletzt Stimmen laut, die Zeit von Oppositionsführer Mir Hossein Musawi und anderen sei abgelaufen. Immer häufiger wird - möglicherweise auch aus Frust - der Name von Chomeinis Enkel als Hoffnungsträger genannt.


«Hassan Chomeinis Geschichte ist noch nicht zu Ende», spekuliert Aliresa Nurisadeh vom Zentrum für Arabisch-Iranische Studien in London. «Da kommt noch mehr.» Der Chomeini-Enkel ist ein Symbol für das Ausmaß der Zerrissenheit im Iran seit der Präsidentschaftswahl im vergangenen Juni. Familien, die das Zentrum der Theokratie gebildet haben, sind gespalten oder haben sich mittlerweile gegen die Führung gewandt.


Das trifft sogar für die Familie des obersten geistigen Führers des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, zu. Dessen jüngerer Bruder Hadi ist ein prominenter Berater reformorientierter Gruppen. Der frühere Präsident Haschemi Rafsandschani ist ein scharfer Kritiker Ahmadinedschads.


Der Rat der Experten, der von Rafsandschani geführt wird, ist das einzige Gremium, das die Autorität hat, den obersten Führer abzusetzen. Doch dort sitzen allem Anschein nach die Anhänger des herrschenden Systems derzeit noch fest im Sattel.


Es ist jedoch offenkundig, dass Chomeini das Potenzial hat, die Hardliner nervös zu machen. Deren Zeitung «Kayhan» hat Chomeini wegen seiner «verdächtigen Unterstützung» von Oppositionellen öffentlich gerügt und angedeutet, er sei nicht länger der passende Mann, um das Mausoleum seines Großvaters und das Institut, das sich um die Lehren und Reden des Ajatollahs kümmert, zu leiten. Die amtliche Nachrichtenagentur IRNA warf Chomeini vor, diejenigen Kräfte zu ermutigen, die den Sturz des von seinem Großvater gegründeten Systems betreiben wollten.


In einer seltenen öffentlichen Reaktion beschwerte sich der Gescholtene unlängst, dass die staatlichen Medien die Worte seines Großvaters manipulierten. In einem Brief an den Leiter des staatlichen Fernsehens warf Chomeini dem Sender vor, Kommentare seines Großvaters aus dem Zusammenhang zu reißen, um sie so gegen die Opposition zu verwenden.  (© AP)



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