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US-Melodrama "Crazy Heart" um einen abgetakelten Sänger

veröffentlicht am 01.03.2010


Bad Blake - daran gibt es keinen Zweifel - hat sowohl als Country-Sänger wie als Mann seine beste Zeit hinter sich. Einst war der bärtige Bad ein großer Star dieser uramerikanischen Musikrichtung, mit seinen Hits begeisterte das Publikum. Aber mit nunmehr 57 Jahren tingelt er nur noch von Ort zu Ort, um in wenig angesagten Clubs und tristen Bowling-Hallen vor reifen Damen und vom Leben gezeichneten Senioren mit seinen alten Songs die Dollars zum Leben zu verdienen - ein Schatten seiner selbst.

 

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Frankfurt/Main - Bad Blake - daran gibt es keinen Zweifel - hat sowohl als Country-Sänger wie als Mann seine beste Zeit hinter sich. Einst war der bärtige Bad ein großer Star dieser uramerikanischen Musikrichtung, mit seinen Hits begeisterte das Publikum. Aber mit nunmehr 57 Jahren tingelt er nur noch von Ort zu Ort, um in wenig angesagten Clubs und tristen Bowling-Hallen vor reifen Damen und vom Leben gezeichneten Senioren mit seinen alten Songs die Dollars zum Leben zu verdienen - ein Schatten seiner selbst.


Aber keine Lage ist so hoffnungslos, um ohne Hoffnung zu bleiben. Das gilt zumindest für den stark dem Alkohol zugeneigten Troubadour, denn er trifft auf die junge Journalistin und alleinstehende Mutter Jean. Es ist nicht schwer für den früheren Frauenliebling, die noch von einer enttäuschten Beziehung verletzte Jean ins Bett zu bekommen. Die junge Frau macht sich nichts vor bei einem Mann wie dem Sänger, der jeden Abend einer neuen alten Verehrerin begegnet. Trotzdem wird für beide mehr aus der Geschichte, beide hoffen, sich gegenseitig aus der jeweiligen Misere ziehen zu können.


Was daraus wird, erzählt das US-Melodram «Crazy Heart», das ab dem 4. März in den Kinos zu sehen ist. Es ist das auf Anhieb sehr erfolgreiche Spielfilmdebüt von Regisseur und Drehbuchautor Scott Cooper. Nicht weniger als drei Oscar-Nominierungen kann der knapp zweistündige Film aufweisen. Man muss aber wohl schon Amerikaner sein, um zu verstehen, warum diesem Film so viel Anerkennung zuteil wird. Denn was auf der Leinwand zu sehen ist, stellt für Hauptdarsteller Jeff Bridges, der als Oscar-Favorit gilt, zwar ohne Zweifel eine Paraderolle dar und bringt auch die aparte Maggie Gyllenhaal als jüngere Geliebte des Sängers gut in Szene.


Doch die Handlung läuft jederzeit allzu voraussehbar ab. Und dass Bad Blake ein ziemlich kaputter Typ ist, bräuchte der Film nicht so penetrant immer wieder vorzuführen, wie es leider der Fall ist. Eine wirklich interessante, nämlich vielschichtige Figur ist der alternde Sänger trotz der beachtlichen Darstellungskunst von Bridges kaum. Aufschlussreicher ist da schon das unendlich triste Milieu, in dem sich Bad bewegt. Das ist das Amerika der Verlierer, der geplatzten Träume und der ganz kleinen Leute. In der Schilderung dieses beklemmend gut beobachteten Milieus liegt, vielleicht ganz unbeabsichtigt, die eigentliche Stärke und Qualität des Films.


In Nebenrollen sind Robert Duvall und Colin Farrell als jüngerer, wesentlich erfolgreicherer Gesangsrivale zu sehen. Farrell singt wie auch Bridges selbst, beide machen das gut und zeigen echtes Talent. Der Song «The Weary Kind» hat nicht nur beste Oscar-Chancen, sondern auch das Zeug zu einem echten Country-Ohrwurm. Für einen Kinoerfolg in Deutschland wird es für «Crazy Heart» allerdings gewiss nicht reichen, dazu ist die Welt von Bad Blake, seiner Musik und seiner Fans doch zu weit entfernt von unserer der Roland Kaiser und Howard Carpendale.  (© AP)



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