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Streit über Grabstätten: Palästinensisches Kabinett tagt in Hebron

veröffentlicht am 01.03.2010


Aus Protest gegen den israelischen Umgang mit zwei biblischen Grabstätten im Westjordanland hat die palästinensische Regierung ihre wöchentliche Kabinettssitzung nach Hebron verlegt. Die Palästinenser wandten sich damit am Montag gegen die Entscheidung der israelischen Regierung, das Grab der Patriarchen in Hebron und das Grab der Rachel bei Bethlehem zum nationalen Kulturerbe Israels zu erklären.

 

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Hebron - Aus Protest gegen den israelischen Umgang mit zwei biblischen Grabstätten im Westjordanland hat die palästinensische Regierung ihre wöchentliche Kabinettssitzung nach Hebron verlegt. Die Palästinenser wandten sich damit am Montag gegen die Entscheidung der israelischen Regierung, das Grab der Patriarchen in Hebron und das Grab der Rachel bei Bethlehem zum nationalen Kulturerbe Israels zu erklären.


Der symbolische Umzug von Ramallah nach Hebron solle deutlich machen, «dass sich das gesamte Kabinett geschlossen gegen diese israelischen Schritte stellt», erklärte der palästinensische Planungsminister Mohammed Ischtajeh. Bei ihrer Ankunft in Hebron wurden die Kabinettsmitglieder um Ministerpräsident Salam Fajjad mit militärischen Ehren empfangen. Sie tagten am Amtssitz des örtlichen Gouverneurs.


Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hatte das israelische Vorhaben zuvor als «Attacke auf die heiligen Stätten» bezeichnet. Die Palästinenser sehen in der Ernennung der Gräber zum israelischen Kulturerbe einen Versuch der Regierung in Jerusalem, territoriale Ansprüche auf das Westjordanland zu sichern. Für die Regierung Abbas' ist Hebron Teil eines künftigen palästinensischen Staates. Auch die Vereinten Nationen hatten Israel kritisiert.


Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hielt dem entgegen, es gehe hier nicht um Politik, sondern um den Erhalt von Kulturgütern. In Israel gilt der Schritt als erster Erfolg einer neuformierten Gruppe namens «Land Israels», die gegen einen palästinensischen Staat kämpft und der 39 der 120 Knesset-Abgeordneten angehören.


Das Grab der Patriarchen in Hebron ist sowohl Juden als auch Muslimen heilig. Nach biblischer Überlieferung sollen unterhalb des 2.000 Jahre alten festungsartigen Baus die sogenannten Erzväter Abraham, Isaak und Jakob begraben sein. Bereits im 12. Jahrhundert wurde an der Stätte die Ibrahimi-Moschee errichtet. Immer wieder kam es dort in den vergangenen Jahrzehnten zu teils blutigen Zusammenstößen.


In der Stadt leben neben rund 160.000 Palästinensern auch einige hundert jüdische Siedler in streng gesicherten Vierteln. Die Auseinandersetzung um die heilige Stätte eskalierte, als der rechtsextremistische Siedler Baruch Goldstein 1994 im Grab der Patriarchen 29 betende Araber erschoss und viele weitere verletzte, ehe er von Überlebenden des Massakers erschlagen wurde. 2002 wiederum wurden zwölf israelische Soldaten getötet, die jüdische Siedler vom Gebet am Grab zurückbegleiten sollten.


In der letzten Woche stießen palästinensische Steinewerfer beinahe täglich mit israelischen Soldaten zusammen. «Die Siedler sind aus einem Grund hier: Sie wollen nicht nur Anspruch auf die Moschee, sondern auf ganz Hebron erheben», sagte Bürgermeister Chaled Osaily.  (© AP)



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