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27. Februar 2010

Afghanistan-Krieg: Jetzt ist Kandahar an der Reihe



Mardschah - Nach der Offensive auf die Taliban-Hochburg Mardschah planen afghanische und NATO-Truppen eine noch größere Militäraktion in Kandahar. Wenn es darum gehe, den Aufständischen jeglichen Boden zu entziehen, dann müsse die Geburtsstadt der islamistischen Bewegung gestürmt werden, verlautete am Freitagabend aus Regierungskreisen in Washington. Insofern sei der Angriff auf Mardschah nur ein taktisches Vorspiel gewesen. Dabei beseitigten US-Soldaten am Samstag nach eigenen Angaben die letzten Widerstandsnester.

«Im Grunde kann man sagen, dass Mardschah jetzt gesäubert ist», sagte US-Hauptmann Joshua Winfrey zwei Wochen nach Beginn der Offensive. Zuvor waren US-Marineinfanteristen und afghanische Soldaten, die im Stadtzentrum kämpften, zu ihren am Nordrand stationierten Kameraden vorgedrungen. Dabei stießen sie zuletzt kaum noch auf Widerstand. Die afghanische Regierung hat bereits am Donnerstag offiziell die Kontrolle über die einstige Taliban-Hochburg in der Provinz Helmand übernommen.

Dies auch in Kandahar zu ermöglichen, habe für die NATO in diesem Jahr oberste Priorität, erklärte ein Gewährsmann in Washington. Der Gouverneur von Kandahar, Turjalai Wessa, bestätigte, dass ein solcher Plan auch bei seinem jüngsten Besuch bei der Zentralregierung in Kabul besprochen worden sei. Er habe bereits internationale Hilfsgruppen kontaktiert, damit die zu erwartenden Flüchtlinge mit Notunterkünften, Nahrungsmitteln und anderen Gütern versorgt werden könnten. Demnach wird mit bis zu 10.000 Flüchtlingen gerechnet.


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