Anstehende UMTS-Versteigerung: Nur geringer Erlös erwartet

veröffentlicht am 27.02.2010


Bei der im April anstehenden Versteigerung von weiteren Mobilfunkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur rechnet Behördenchef Matthias Kurth mit deutlich geringeren Erlösen als vor zehn Jahren. Damals brachte die Auktion von UMTS-Frequenzen rund 50 Milliarden Euro ein. «Die Bieter können die Wirtschaftskrise nicht ausblenden.

 

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Düsseldorf - Bei der im April anstehenden Versteigerung von weiteren Mobilfunkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur rechnet Behördenchef Matthias Kurth mit deutlich geringeren Erlösen als vor zehn Jahren. Damals brachte die Auktion von UMTS-Frequenzen rund 50 Milliarden Euro ein. «Die Bieter können die Wirtschaftskrise nicht ausblenden. Es ist deshalb durchaus möglich, dass die Auktion mit einem Ergebnis endet, das erheblich unterhalb der 2000er-Resultate liegt», sagte Kurth der «Wirtschaftswoche» laut Vorabmeldung vom Samstag.


Die wirtschaftliche Vernunft sei bei den Bewerbern stark ausgeprägt, wurde Kurth zitiert. «Jeder kennt den Markt für das mobile Internet und kann die Perspektiven einschätzen.» Niemand werde sich übernehmen.


Das Mindestgebot pro Frequenz liegt dem Blatt zufolge bei 112 Millionen Euro. Es werde voraussichtlich fünf bis sechs Bieter geben. Ziel der Auktion sei allerdings nicht eine maximale Einnahme für den Staat, sondern eine maximale Abdeckung mit schnellem Internet in Deutschland, sagte Kurth. «Wir haben uns für eine Auktion entschieden, weil derjenige, der sich erfolgreich durchsetzt, auch am meisten mit den Frequenzen unternimmt. Wer heute erfolgreiche Gebote abgibt, wird die Frequenzen nicht fünf Jahre lang in der Schublade liegenlassen und die Mittel für den Netzausbau erst später freigeben.»


Die Gewinner der Auktion müssten erst das Angebot auf dem Land verbessern, bevor sie den Ausbau der Infrastruktur in den Ballungsräumen angingen. «Wir haben in die Vergabebedingungen für die begehrten Frequenzen im 800-Megahertz-Bereich, der besonders gute Sendeeigenschaften aufweist, Versorgungsauflagen hineingeschrieben. Die sollen verhindern, dass die Erwerber die unattraktiven ländlichen Regionen aussparen, weil dort weniger Menschen wohnen. Der Netzausbau muss in den sogenannten weißen Flecken beginnen, und erst danach darf das Frequenzspektrum in den dichter besiedelten Gebieten genutzt werden.»


Die Frequenzen, die jetzt versteigert werden, wurden frei, weil das Fernsehen bundesweit auf die digitale Übertragungstechnik DVB-T umgestellt ist.  (© AP)



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