Israelischer Außenminister Lieberman in Moskau
veröffentlicht am 02.06.2009

Das Atomprogramm des Irans und die Rolle der Hamas im Nahen Osten haben die Gespräche des israelischen Außenministers Avigdor Lieberman in Moskau dominiert. Seine Unterredung mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow schien jedoch ohne Ergebnisse zu verlaufen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz ließ sich Lawrow nicht darauf festlegen, ob Russland zu größerem Druck auf Teheran bereit sein könnte.
Moskau - Das Atomprogramm des Irans und die Rolle der Hamas im Nahen Osten haben die Gespräche des israelischen Außenministers Avigdor Lieberman in Moskau dominiert. Seine Unterredung mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow schien jedoch ohne Ergebnisse zu verlaufen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz ließ sich Lawrow nicht darauf festlegen, ob Russland zu größerem Druck auf Teheran bereit sein könnte. Auch eine Isolierung der Hamas lehnte Lawrow ab.
Es war der erste Moskau-Besuch Liebermans seit seiner Ernennung zum Außenminister Israels. Der aus der Sowjetunion stammende Chef der ultranationalistischen Partei Israel Beitenu konnte sich mit seinen Gastgebern auf Russisch unterhalten. Dies verbesserte jedoch nicht unbedingt das gegenseitige Verständnis, was die politischen Differenzen betraf. Gleichwohl betonten Lieberman und Lawrow, dass die vor 18 Jahren aufgenommenen israelisch-russischen Beziehungen vermutlich ihren «höchsten Stand» erreicht hätten.
Lieberman zeigte sich allerdings «zutiefst enttäuscht» über ein kürzliches Treffen Lawrows mit Chaled Maschaal, dem Hamas-Führer im syrischen Exil. Russland bekräftigte indessen seine Forderung nach einer Einbindung der radikalislamischen Bewegung in den Nahost-Friedensprozess. Lawrow betonte aber, die Hamas müsse mit dazu beitragen, die Blockade des Gazastreifens zu überwinden.
Mit Blick auf das iranischen Atomprogramm verwies Lawrow auf die bisherigen internationalen Verhandlungen mit Teheran, in denen Russland als ständiges UN-Sicherheitsratsmitglied eine wichtige Rolle gespielt habe. Das jüngste Dialog-Angebot von US-Präsident Barack Obama biete jetzt neue Chance für eine Lösung, fügte der russische Außenminister hinzu. Zum israelischen Wunsch, mehr Druck aus Teheran auszuüben, äußerte er sich aber nicht.
Lieberman kam später auch mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew zusammen. Dabei erklärte er, Israel betrachte Russland als «fundamentalen Partner» in den Bemühungen um eine Lösung des Nahost-Konflikts. Zudem wollte Lieberman nach St. Petersburg fliegen, um dort den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin zu treffen. (© AP)




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