Manager und Musical-Darstellerin unter Opfern des Airbus-Absturzes
veröffentlicht am 02.06.2009

Nach dem Flugzeugabsturz vor der brasilianischen Küste müssen die Angehörigen der Opfer weiter auf Gewissheit warten. Die Zahl der deutschen Passagiere steht nach Angaben von Außenminister Frank-Walter Steinmeier noch nicht endgültig fest. Man müsse von einer «fürchterlichen Katastrophe» ausgehen, sagte Steinmeier am Dienstag in Prag.
Frankfurt/Prag - Nach dem Flugzeugabsturz vor der brasilianischen Küste müssen die Angehörigen der Opfer weiter auf Gewissheit warten. Die Zahl der deutschen Passagiere steht nach Angaben von Außenminister Frank-Walter Steinmeier noch nicht endgültig fest. Man müsse von einer «fürchterlichen Katastrophe» ausgehen, sagte Steinmeier am Dienstag in Prag.
Die französische Fluggesellschaft teilte zunächst mit, unter den 228 Menschen an Bord seien 26 Deutsche. Die «Berliner Zeitung» erfuhr nach eigenem Bericht, dass 42 Passagiere Anschlussflüge von Paris aus nach Deutschland gebucht hatten.
Steinmeier sagte, er wolle keine Zahlen nennen, bevor es Gewissheit gebe. Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes stehe in enger Verbindung mit den französischen Behörden. «Es ist eine schwere Stunde für uns alle», sagte der Minister. Steinmeier sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.
Unter den Opfern sollen zahlreiche Geschäftsreisende sein. Der Sprecher des Konzerns ThyssenKrupp, Erwin Schneider, bestätigte der AP, dass ein Manager des Unternehmens auf der Unglücksmaschine gebucht war. Eine offizielle Bestätigung dafür, dass der 41-jährige Erich Heine an Bord war, gibt es nach seinen Worten aber noch nicht. «Wir müssen abwarten», sagte der Sprecher. Heine ist dreifacher Vater und für die Stahlsparte des Konzerns tätig.
Der ARD-Korrespondent Thomas Aders berichtete am Montagabend aus Rio de Janeiro, er sei mit einer vom Absturz betroffenen Familie aus dem Raum Stuttgart persönlich bekannt. Er sprach dem in Deutschland gebliebenen Mann der betroffenen Frau sein Beileid aus. Diese war demnach mit ihren Eltern, ihrer Schwester sowie deren zweijähriger Tochter an Bord.
Stage Entertainment in Hamburg bestätigte eine Meldung einer brasilianischen Zeitung, wonach sich eine Musical-Darstellerin offenbar ebenfalls in dem Flugzeug befand. Es handelt sich demnach um Juliana Ferreira Braga de Aquino, die unter anderem zum Ensemble des Musicals «Wicked - Die Hexen von Oz» gehört. Ihr erstes Engagement in Europa hatte die Brasilianerin von 2003 bis 2007 in «Der König der Löwen» in Hamburg. 2008 übernahm sie in Klagenfurt (Österreich) die Rolle der Maria Magdalena in «Jesus Christ Superstar».
Neun Passagiere wollten von Paris nach Bayern weiterfliegen, acht davon nach München und einer nach Nürnberg, wie Holger Plank vom bayerischen Innenministerium erklärte. Die Identitäten seien nicht zweifelsfrei bestätigt, sagte der Sprecher. Nach derzeitigen Erkenntnissen hätten aber die gebuchten Passagiere auch eingecheckt. Nach Medienberichten waren für die Fluggäste aus Deutschland Anschlussflüge auch nach Berlin, Hamburg und Düsseldorf vorgesehen. (© AP)




Merkel bekundet Mitgefühl der Deutschen für Norwegen-Anschlag
Bundeskanzlerin verurteilt Selbstmordanschlag in Afghanistan
Afghanistan-Krieg: Deutscher Entwicklungshelfer stirbt an Heiligabend

