Trend-Diäten halten ihre Versprechen nicht
veröffentlicht am 23.02.2010

Ob «Hormon-Diät» oder «Metabolic Balance» - neuartige Schlankheitskuren halten nach dem Urteil von Verbraucherschützern nicht, was ihre werbewirksamen Namen versprechen. Der «Hormon-Diät», die Frauen per Online-Test nach 30 angeklickten Antworten in drei Hormon-Typen einteilt, bescheinigt die Verbraucherzentrale Sachsen «nutzlose Tests und fragwürdige Empfehlungen». Das Konzept der Trend-Diät «Metabolic Balance» stuft die Verbraucherzentrale Hessen als «höchst fragwürdig und alltagsuntauglich» ein.
Leipzig - Ob «Hormon-Diät» oder «Metabolic Balance» - neuartige Schlankheitskuren halten nach dem Urteil von Verbraucherschützern nicht, was ihre werbewirksamen Namen versprechen. Der «Hormon-Diät», die Frauen per Online-Test nach 30 angeklickten Antworten in drei Hormon-Typen einteilt, bescheinigt die Verbraucherzentrale Sachsen «nutzlose Tests und fragwürdige Empfehlungen». Das Konzept der Trend-Diät «Metabolic Balance» stuft die Verbraucherzentrale Hessen als «höchst fragwürdig und alltagsuntauglich» ein.
Der Online-Test der Hormon-Diät erbrachte bei Probeläufen der Verbraucherschützer für neun von zehn Frauen dieselben Empfehlungen. Frauen, die den Tipps folgten, «nehmen ohne umfangreiches Sportprogramm höchstwahrscheinlich zu, statt ab», erklärt die Verbraucherzentrale Sachsen. In der Regel werde empfohlen, ab dem Mittag weitgehend auf Kartoffeln, Nudeln, Reis und Brot zu verzichteten. Letztlich handele es sich nur um eine weitere Variante kohlenhydratarmer Diäten.
Bei der Metabolic-Balance-Diät bildet eine Blutanalyse die Grundlage für einen per Computer erstellten, individuellen Ernährungsplan. Dieser schreibt genau vor, welche Lebensmittel gegessen werden dürfen. Dabei werden dem einen Aprikosen und Schafskäse, dem anderen Kiwis und Limburger verordnet. Eine gezielte Lebensmittelauswahl nach individuellen Blutwerten sei jedoch ernährungsphysiologisch nicht nachvollziehbar, urteilt die Verbraucherzentrale Hessen.
Auch die strikten Regeln sind demnach wissenschaftlich nicht zu begründen. Die letzte Mahlzeit solle zum Beispiel vor 21.00 Uhr enden. Lebensmittelmengen seien grammgenau einzuhalten. Vorgeschrieben werde auch, Speisen vollkommen ohne Öl oder Fett zuzubereiten.
Nach Meinung der Verbraucherschützer nehmen Teilnehmer bei der Diät zunächst durch eine sehr starke Kalorienbeschränkung ab, die aber von der Lebensmittelauswahl unabhängig ist. Die wenig abwechslungsreiche Kost könne man aber kaum auf Dauer durchhalten. Auch bei «Metabolic Balance» sei «ohne zusätzliches Bewegungsprogramm der allseits gefürchtete Jojo-Effekt vorprogrammiert». Zudem kann die Teilnahme an der Diät bis zu 840 Euro kosten, die die gesetzlichen Krankenkassen nicht erstatten. (© AP)




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