"Climagate": Wissenschaftler verdächtigt Lobbyisten und Geheimdienste
New York - Die von den größten Schadstoff-Verursachern der Welt bisher genannten Ziele zur Reduzierung des Ausstoßes an klimaschädlichen Gasen gehen den Vereinten Nationen noch nicht weit genug. Der Berater von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in Klimafragen, Janos Pasztor, erklärte, die USA, China und die Europäische Union hätten bis Montag noch keine verbindlichen Ziele genannt, so wie dies auf dem Klimagipfel in Kopenhagen vereinbart worden sei.
Die bisher gemachten Zusagen würden wohl nicht ausreichen, um zu verhindern, dass die weltweite Durchschnittstemperatur um mehr als zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit steige, sagte Pasztor. Dies war aber das Ziel, auf das sich die Teilnehmer des Klimagipfels im Dezember verständigten.
Hinter dem Diebstahl des E-Mail-Verkehrs englischer Klimaforscher Ende vergangenen Jahres könnten nach Einschätzung eines Fachmanns US-Lobbyisten oder Geheimdienste gesteckt haben. Der ehemalige oberste wissenschaftliche Berater der britischen Regierung, David King, sagte «The Independent», der Diebstahl von mehr als 1.000 Mails und Dokumenten aus dem Klimainstitut der Universität von East Anglia scheine für einen einzelnen Hacker zu professionell durchgeführt worden zu sein.
Das sei eine außerordentlich ausgeklügelte Operation gewesen, sagte King, der aber keinen Geheimdienst oder Lobbygruppe namentlich nannte. Der Nachrichtenagentur AP sagte er auf Nachfrage einschränkend, dass er nicht in die laufenden Untersuchungen der Polizei und der Universität eingebunden sei. weiterlesen >>