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31. Januar 2010

Unis sollen islamische Geistliche ausbilden



Der Wissenschaftsrat empfiehlt, an den Hochschulen «Beiräte für islamische Studien» einzurichten, die bei der Gestaltung der Studiengänge und der Auswahl der Wissenschaftler mitbestimmen. Sie könnten dann auch aus religiösen Gründen Einwände gegen Bewerber erheben. Den Beiräten sollen zur Abbildung der Pluralität im Islam muslimische Verbandsvertreter ebenso angehören wie Gelehrte und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Der Vorsitzende des orthodoxen Islamrats, Ali Kizilkaya, erklärte die Bereitschaft seiner Organisation zur Mitarbeit, «wenn wir in den Hochschulen tatsächlich über Lehre und Lehrer mitentscheiden können». Der Islamrat habe großes Interesse an in Deutschland ausgebildeten Imamen, die die Verhältnisse und Menschen besser kennen würden. Bisher holen fast alle Moscheegemeinden hierzulande ihre Vorsteher aus dem Ausland.

Auch der Zentralrat der Muslime begrüßte die Empfehlungen. Ein theologischer Beirat sei dabei jener «pragmatische Weg, zu dem es keine Alternative gibt und den die muslimischen Verbände seit Jahren favorisieren», sagte Generalsekretär Aiman Mazyek, dem «Tagesspiegel am Sonntag».

Ausdrückliche Zustimmung kam auch von Bundesbildungsministerin Schavan: Die Ausbildung islamischer Religionslehrer und Islam-Wissenschaftler gehöre für sie «zu einer überzeugenden Integrationspolitik in modernen Gesellschaften», sagte die CDU-Politikerin der «Welt am Sonntag». Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) forderte im «Tagesspiegel» (Montagausgabe) eine rasche Umsetzung der Empfehlungen: «Wir brauchen mehr Imame, die unserer Gesellschaft entstammen und an deutschen Universitäten ausgebildet werden.»


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