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Jeder Vierte investiert bereits in Öko-Anlagen

veröffentlicht am 31.01.2010


Mit nachhaltigen Investmentfonds können Anleger bessere Renditen erzielten als mit herkömmlichen Produkten. Die in Deutschland zugelassenen nachhaltigen Aktienfonds legten 2009 durchschnittlich um 29,2 Prozent, wie der Branchendienst Ecoreporter ermittelt hat. Im Vergleich dazu lag der Welt-Aktienindex MSCI «nur» 25,9 Prozent im Plus.

 

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Hamburg - Mit nachhaltigen Investmentfonds können Anleger bessere Renditen erzielten als mit herkömmlichen Produkten. Die in Deutschland zugelassenen nachhaltigen Aktienfonds legten 2009 durchschnittlich um 29,2 Prozent, wie der Branchendienst Ecoreporter ermittelt hat. Im Vergleich dazu lag der Welt-Aktienindex MSCI «nur» 25,9 Prozent im Plus. Dennoch sollte man bei grünen Anlageprodukten nicht blind zugreifen. «Wer sich für einen nachhaltigen Investmentfonds interessiert, muss sich sehr genau die Anlagephilosophie der Fonds anschauen. Mit Blick auf das Risiko ist zudem auf die Streuung der Investments über Branchen und Regionen zu achten», sagt Arno Gottschalk, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen.


Das Angebot aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Ethik und erneuerbare Energien stieg laut Ecoreporter im vergangenen Jahr um 183 auf 279 Fonds. Gleichzeitig wuchs das Gesamtvolumen dieser Fonds gegenüber dem Vorjahr von 18,2 Milliarden Euro auf den Rekordwert von 30,0 Milliarden Euro. Allerdings konnten die Kursgewinne des Vorjahres die durchschnittlichen Verluste aus 2008 in Höhe von 44,1 Prozent nicht wettmachen. Das gilt allerdings auch für herkömmlichen Fonds, denn auch der MSCI verlor im Krisenjahr 39,5 Prozent.


Anleger, die in einen nachhaltigen Fonds investieren wollen, bleibt ein genauer Vergleich nicht erspart. Denn das Produktangebot ist recht unübersichtlich, und ein allgemeingültiges Güte- und Qualitätssiegel für grüne Investments gibt es nicht. Bei vielen Angeboten wird zwar die ökologische Ausrichtung betont, doch was sie wirklich beinhalten, lässt sich oftmals nur erahnen. Als Orientierungshilfe bieten sich unter anderem spezielle Börsenindizes an, die Unternehmen verschiedener Branchen bewerten. Dazu zählt beispielsweise der NAI (Natur Aktien Index), der als strengster Nachhaltigkeitsindex gilt und 30 Unternehmen beinhaltet. Einen weitere Überblick gibt der Weltaktienindex DJSI 80 (Dow Jones Sustainability World 80 Index), der die 80 nachhaltigsten Werte aus der breiten DJSI-Palette beinhaltet.


«Wer strenge Klimaschutzkriterien anlegen möchte, wählt ausschließlich Anlagen von Unternehmen, die den Großteil ihres Gesamtumsatzes in diesen Bereichen erzielen», rät Gottschalk. Anleger, die keine allzu strengen Kriterien anlegten, könnten auch zu Anlagen greifen, die nach dem «Best-in-Class»-Ansatz gemanagt würden. Dabei handelt es sich um Wertpapiere von Unternehmen, die zwar konventionelle Produkte herstellen, dies im Vergleich zu ihren Wettbewerbern aber umweltfreundlicher und sozialverträglicher.


Ein Großteil grüner Investments sind klimabewusste Geldanlagen. Sie investieren in verschiedene Branchen wie beispielsweise erneuerbare Energien, Wasser, Recycling, CO2-Reduktion. Doch ein Garant für Gewinne sind sie keineswegs. «Grundsätzlich gilt: Klimabewusste Geldanlagen bergen die gleichen Chancen und Risiken wie herkömmliche Geldanlagen», betont Gottschalk. Besondere Vorsicht ist dem Experten zufolge bei Produkten vom grauen Kapitalmarkt geboten, denn sie unterliegen keiner staatlichen Aufsicht. Da es hier auch unseriöse Angebote gebe, sollte ein Investment besonders kritisch geprüft werden.


Für Privatanleger werden grüne Anlagen unterdessen immer attraktiver. 26 Prozent der Anleger haben bereits Geld in Öko-Investments investiert, wie eine repräsentative Infratest-Umfrage für die DZ-Bank ergeben hat. Und 55 Prozent können sich vorstellen, ihr Geld nach ökologischen Kriterien anzulegen. Dies scheitert aber offenbar an Informationsdefiziten. Denn 80 Prozent der Interessenten erklärten, ihre Bank habe ihnen bislang noch kein ökologisches Anlageprodukt angeboten. Darüber hinaus bemängeln zwei Drittel, dass die Produkte zu intransparent seien.


Erschwert wird Anlegern die Entscheidung durch die kaum zu überschauende Vielfalt von Öko-Investments. Sie reicht von Aktien-, Renten-, Misch- und Dachfonds über geschlossene Fonds, börsengehandelte Indexfonds, Zertifikate und nachhaltigen Rentenversicherungen bis zu grünen Tages- und Festgeldangeboten. Umfangreiche Informationen zu grünen Anlageprodukten bietet der neue kostenlose Ratgeber «Klimabewusst Geld anlegen» des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. Er steht auf der Internetseite www.verbraucherfuersklima.de zum Download bereit.  (© AP)


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