Terrorgefahr im Luftverkehr laut BKA-Chef weiterhin am größten
veröffentlicht am 30.01.2010

Flugzeuge sind nach Einschätzung von BKA-Chef Jörg Ziercke weiterhin am stärksten von Terroranschlägen bedroht. Der Flugverkehr bleibe das herausragende Ziel des Terrorismus, «weil Anschläge auf Flugzeuge in besonderem Maße geeignet sind, die Bevölkerung zu beunruhigen», sagte der Präsident des Bundeskriminalamts der «Welt am Sonntag». Den Sicherheitsbehörden lägen aber keine konkreten Erkenntnisse über geplante Anschläge vor.
Berlin - Flugzeuge sind nach Einschätzung von BKA-Chef Jörg Ziercke weiterhin am stärksten von Terroranschlägen bedroht. Der Flugverkehr bleibe das herausragende Ziel des Terrorismus, «weil Anschläge auf Flugzeuge in besonderem Maße geeignet sind, die Bevölkerung zu beunruhigen», sagte der Präsident des Bundeskriminalamts der «Welt am Sonntag». Den Sicherheitsbehörden lägen aber keine konkreten Erkenntnisse über geplante Anschläge vor. Sorgen bereiteten aber vor allem radikalisierte Einzeltäter.
Das BKA habe Hinweise auf junge Deutsche, die im Jemen derzeit Sprachschulen besuchten, sagte Ziercke. «Hier ist zu klären, ob deren weiterer Weg möglicherweise in Terrorcamps führt.» Das BKA gehe davon aus, dass nicht nur in Afghanistan und Pakistan, sondern auch im Jemen und in Somalia Terroristen geschult würden. «Bei 65 Verdächtigen haben wir konkrete Hinweise, dass sie in Ausbildungslagern waren. Bei einem weiteren großen Teil vermuten wir das stark, aber der letzte Beweis fehlt.» Von den 65 Verdächtigen halten sich laut Ziercke rund 20 aktuell in Deutschland auf: Die eine Hälfte sei in Haft, die andere werde vom BKA als Gefährder beobachtet.
Bei der Debatte um so genannte Körperscanner bei den Sicherheitskontrollen auf Flughäfen plädiert der BKA-Chef für eine Wahlmöglichkeit der Passagiere: «Manchem wird eine Kontrolle mittels Körperscanner angenehmer sein als das bekannte Abtasten durch Sicherheitskräfte.» Allerdings müsse die Intimsphäre gewahrt bleiben, und Gesundheitsgefahren müssten ausgeschlossen sein. «Körperscanner sind kein Allheilmittel. Ihr Einsatz kann jedoch dazu beitragen, die bisherigen Kontrollen an den Flughäfen sinnvoll zu ergänzen», sagte Ziercke.
Generell sprach sich Ziercke in der Sicherheitsdebatte für Grenzen beim Datensammeln aus. «Natürlich muss es Grenzen geben. Beispielsweise bin ich dagegen, dass ohne Anlass DNA-Merkmale aller Bürger gespeichert oder Fingerabdrücke abgenommen werden. Auch eine flächendeckende Videoüberwachung macht keinen Sinn», sagte er. Es müsse «das Prinzip des Augenmaßes» gelten. Zudem unerstütze er die Idee, bereits beschlossene Maßnahmen und Gesetze nach einem festgelegten Zeitraum auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen. «Das schafft Vertrauen bei den Bürgern», betonte Ziercke. (© AP)




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