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21. Januar 2010
SAP nimmt Endkunden ins Visier
Hamburg - SAP bereitet den Einstieg ins Endkundengeschäft vor. Europas größter Hersteller für Unternehmenssoftware entwickelt Anwendungen, mit denen Haushalte oder Kleinunternehmer ihren Stromverbrauch messen und kontrollieren können, wie eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag einen Bericht des Magazins «Capital» bestätigte.
SAP-Manager Klaus Heimann wurde in dem Bericht mit den Worten zitiert: «Das ist eine Gelegenheit, SAP als Anbieter in das Bewusstsein der Endkunden zu bringen». Man wolle das Interesse dafür wecken, dass der Verbraucher mit Hilfe der SAP-Software ein wenig grüner werden könne. Das Unternehmen wagt den Schritt laut «Capital» auf unbekanntes Terrain, um sich neue Wachstumschancen zu eröffnen. Bislang verkaufe der Walldorfer Konzern seine Software ausschließlich an Unternehmen, die damit den Einsatz ihrer Ressourcen managen wie etwa Programme im Finanz- und Rechnungswesen.
Nun nutze SAP die Gelegenheit, im Zuge der weltweiten Digitalisierung der Stromnetze neue Anwendergruppen zu erreichen. Um den Anforderungen des Kampfes gegen den Klimawandel gerecht zu werden, rüsteten die Versorgungskonzerne derzeit ihre Netze auf. Über einen verbesserten Informationsfluss solle etwa die wechselnde Last durch den wachsenden Anteil der Wind- und Sonnenenergie in der Stromerzeugung besser gesteuert werden. Außerdem sollen die Verbraucher über intelligente Zähler künftig zeitnah über ihren Verbrauch informiert werden, um das Stromsparen zu erleichtern. In Deutschland müssen alle Neubauten seit Jahresbeginn mit der neuen Technik ausgestattet sein.
Die intelligenten Stromnetze hatte Konzernchef Léo Apotheker bereits Ende vergangenen Jahres als wichtiges Wachstumsfeld ausgemacht. Branchenschätzungen zufolge dürfte sich der weltweite Umsatz in diesem Segment bis 2030 auf rund 115 Milliarden US-Dollar mehr als verfünffachen. Mit der neuen Software wolle SAP die Brücke zum Stromkunden schlagen, um die dort anfallenden Datenmengen in die Systeme der Konzerne einzuspeisen. In dieses Geschäft drängen auch Rivalen wie Microsoft oder Google, die bereits erste Lösungen anbieten.

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