Fußball-Wettskandal: Offenbar erstes Geständnis
veröffentlicht am 17.01.2010

Im jüngsten Fußball-Wettskandal gibt es nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» das erste Geständnis eines der in Untersuchungshaft sitzenden Verdächtigen. Der 35-jährige Levent G. habe von Kurierdiensten erzählt und davon, wie Wettkonten eingerichtet und Spiele gekauft worden seien, berichtete das Blatt am Wochenende.
Bochum - Im jüngsten Fußball-Wettskandal gibt es nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» das erste Geständnis eines der in Untersuchungshaft sitzenden Verdächtigen. Der 35-jährige Levent G. habe von Kurierdiensten erzählt und davon, wie Wettkonten eingerichtet und Spiele gekauft worden seien, berichtete das Blatt am Wochenende. Die zuständige Staatsanwaltschaft Bochum lehnte auf Anfrage der Nachrichtenagentur DAPD einen Kommentar zu dem Bericht ab.
Behördensprecher Bernd Bienioßek bestätigte allerdings Angaben der «SZ», wonach einer der zunächst 15 Verhafteten inzwischen die Untersuchungshaft verlassen durfte. Das Oberlandesgericht Hamm setzte nach seinen Angaben den Haftbefehl gegen einen Verdächtigen unter engen Auflagen außer Vollzug. Das Gericht sehe weiter den dringenden Tatverdacht, nicht aber die bisher angenommene Fluchtgefahr. Somit sind laut Bienioßek derzeit 14 Verdächtige aufgrund deutscher Haftbefehle in Untersuchungshaft.
Bei dem geständigen Verdächtigen soll es sich dem Blatt zufolge um den 35-jährigen Levent G. und damit einen Vertrauten des Berliners Ante Sapina handeln. Dieser soll eine Schlüsselfigur der neuen Affäre und bereits einer der Hintermänner des ersten Wettskandals gewesen sein, der mit dem Namen des Ex-Schiedsrichters Robert Hoyzer verbunden wird. Levent G. habe bis September 2009 im Berliner Cafe King gearbeitet, das von Antes Bruder Milan Sapina betrieben werde und bereits Zentrale des ersten Wettskandals gewesen sei.
Levent G.s Angaben zufolge habe er unter anderem Kurierdienste für Ante Sapina geleistet. So habe er beispielsweise 100.000 Euro in die Türkei gebracht, um dort Spieler und Funktionäre zu kaufen. Auch schildere G., wie Wettkonten eingerichtet worden seien, wie der Kontakt mit britischen Wettbüros funktioniert habe und welche Fußballer sich häufig im Cafe King aufgehalten hätten.
Bei solchen Gelegenheiten seien seinen Schilderungen zufolge auch Spiele verkauft worden. Bei einem Spiel der Oberliga Nordost beispielsweise seien drei Spieler gekauft worden, jeder habe 1.000 Euro erhalten. Der Handel sei im Cafe abgewickelt worden. Nach Angaben der Zeitung bestätige Levent G. Erkenntnisse der Bochumer Ermittler, die diese im Rahmen von monatelangen Telefonüberwachungen gemacht hätten. (© AP)




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