Deutsche Bahn mit Milliardenplus
veröffentlicht am 17.01.2010

Die Deutsche Bahn hat laut ihrem Chef Rüdiger Grube 2009 einen Milliardengewinn eingefahren. «Im Geschäftsjahr 2009 schreibt die DB eine kräftige schwarze Zahl. Das Betriebsergebnis wird trotz Wirtschaftskrise deutlich über einer Milliarde Euro liegen,» sagte Grube dem «Focus».
München - Die Deutsche Bahn hat laut ihrem Chef Rüdiger Grube 2009 einen Milliardengewinn eingefahren. «Im Geschäftsjahr 2009 schreibt die DB eine kräftige schwarze Zahl. Das Betriebsergebnis wird trotz Wirtschaftskrise deutlich über einer Milliarde Euro liegen,» sagte Grube dem «Focus». Dafür habe man alles außer Sicherheit und Service auf den Prüfstand gestellt.
Übers Jahr gesehen sei der Schienengüterverkehr der DB zwar um 22 Prozent eingebrochen. Bereits im Juli habe man jedoch den tiefsten Punkt - auch im Güterverkehr - hinter sich gelassen. Allerdings werde der Weg aus der Krise noch lange dauern: «Voraussichtlich erst 2014 können wir im Güterverkehr wieder das Niveau von 2008 erreichen», sagte Grube.
In den kommenden Jahren will die Bahn Milliarden in ihre neue Zuggeneration investieren. «Bei der Ausschreibung von 300 neuen ICx-Zügen im Wert von fünf bis sechs Milliarden Euro wird Qualität ein zentraler Punkt sein», kündigte der Vorstandschef an. Früheren Angaben zufolge sollen die ICx-Züge von 2015 an die in die Jahre gekommenen ICs ablösen.
Grube forderte eine Mehrwertsteuersenkung für Zugtickets - ähnlich der kürzlich beschlossenen Neuregelung für das Hotelgewerbe: «Auch wir brauchen eine ermäßigte Mehrwertsteuer von sieben Prozent für Fahrscheine», sagte er. Viele europäische Bahnen zahlten keinen oder nur einen stark verminderten Mehrwertsteuersatz.
Die Politik solle sich für einen gerechten Wettbewerb und diskriminierungsfreien Verkehr in Europa einsetzen, forderte Grube. Die EU habe zwar ein Gesetz zur Öffnung des Personenverkehrs auf der Schiene ab 1. Januar 2010 beschlossen, doch Länder wie Frankreich und Italien schotteten sich weiter ab. «Die Deutsche Bahn wird im Ausland aufs Abstellgleis geschoben», kritisierte Grube. Sein Konzern wolle den grenzüberschreitenden Regionalverkehr aber ausbauen: «Eine deutsche Bahn, die nur in Deutschland fährt, wird es nicht mehr geben.» Reise- und Logistikketten endeten heute nicht mehr an nationalen Grenzen.
Grube bekräftigte, an dem zum Jahresende auslaufenden Bahn-Beschäftigungsbündnis festhalten zu wollen: «Der DB-Vorstand will den Beschäftigungspakt gerne verlängern», erklärte er und verwies auf den konzerninternen Arbeitsmarkt: Gefährdete Mitarbeiter aus dem Güterverkehr könnten dank des Konjunkturprogramms für die Schiene von rund 1,4 Milliarden Euro künftig in der Infrastruktur arbeiten. «Bei der Deutschen Bahn verliert keiner seinen Arbeitsplatz, wir halten unsere gut ausgebildeten Beschäftigten.» (© AP)




Güterverkehr in Deutschland legt kräftig zu

