Prinzessin Caroline als Zeugin in Hildesheim erschienen
Hildesheim - Prinzessin Caroline von Hannover ist am Mittwochvormittag vor dem Landgericht Hildesheim erschienen. Sie ist als Zeugin in dem seit Juni 2009 laufenden Körperverletzungs-Prozess gegen ihren Mann Ernst August Prinz von Hannover geladen. Er ist als Angeklagter nur am ersten Verhandlungstag aufgetaucht. In Monaco schon seit Monaten nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden; nach Medienberichten ist die Ehe in einer Krise. Vor kurzem ist der 55-Jährige mit einer anderen Frau in einem thailändischen Urlaubsort fotografiert worden.
Die Monegassin erschien in unauffälliger Kleidung; sie trug einen hellbraunen Mantel über einer schwarzen Hose. Die Sicherheitsvorkehrungen für den öffentlichen Auftritt der Prinzessin wurden nach Angaben des Gerichts mit dem monegassischen Botschafter in Deutschland abgestimmt. Auf dessen Wunsch müssen die zahlreichen Medienvertreter mindestens drei Meter Abstand zu Caroline einhalten. Sie war bereits im Oktober als Zeugin geladen, hatte ihr Erscheinen aber abgesagt.
In dem Prozess geht es um die Attacke von Ernst August auf den Hotelier Josef Brunlehner vor zehn Jahren. Er hatte sich im Januar 2000 auf der kenianischen Ferieninsel Lamu über Disco-Lärm geärgert und Brunlehner geschlagen. Er will ihm nur zwei Ohrfeigen gegeben haben. Brunlehner, der als Nebenkläger am Prozess teilnimmt, macht jedoch geltend, dass er zusammengeschlagen worden sei.
Das Landgericht Hannover war davon ausgegangen, dass Ernst August einen Schlaggegenstand benutzte, und verurteilte ihn 2004 deswegen wegen gefährlicher Körperverletzung zu 445.000 Euro Geldstrafe. Nachdem diese rechtskräftig geworden war, erwirkte der Adelige ein Wiederaufnahmeverfahren. Seine Frau Caroline hatte darin im August 2008 seine Darstellung bestätigt. Daraufhin setzte das Gericht den neuen Prozess an.