Kampf gegen den Klimawandel: "Rio wird 18"
veröffentlicht am 10.01.2010

Das magere Ergebnis des Klimagipfels von Kopenhagen ist schon längst wieder aus den Schlagzeilen verschwunden. Doch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und mehrere deutsche Unternehmen wollen sich damit nicht abfinden und haben die Initiative «Rio wird 18» ins Leben gerufen, um auf die weltweiten Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen.
Stuttgart - Das magere Ergebnis des Klimagipfels von Kopenhagen ist schon längst wieder aus den Schlagzeilen verschwunden. Doch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und mehrere deutsche Unternehmen wollen sich damit nicht abfinden und haben die Initiative «Rio wird 18» ins Leben gerufen, um auf die weltweiten Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen.
DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch sagte der Nachrichtenagentur DAPD, angesichts der Volljährigkeit des ersten Klimagipfels wolle man allen Beteiligten auf den Zahn fühlen, was sich seit damals getan habe. «Ich hoffe, dass alle mehr Mut haben, sich dem Dialog zu stellen. Man muss schauen, was ist mehr gemacht worden als vorgeschrieben.» Auf dem Erdgipfel in Rio de Janeiro wurde im Jahr 1992 die Klimarahmenkonvention (UNFCCC) verabschiedet. Darin hatte sich die Staatengemeinschaft erstmals verpflichtet, gegen den Klimawandel vorzugehen. Als Maßnahme wurden freiwillige CO2-Reduzierungen vereinbart.
Kopenhagen habe nun deutlich gemacht, dass man klare und deutlichere Vorgaben in Sachen Klimaschutz brauche, argumentierte Resch. Die Schlusserklärung, der sogenannte Copenhagen Accord, enthält zwar das wichtige Zwei-Grad-Ziel: Die globale Erwärmung soll unter dieser Marke gehalten werden. Außerdem versprechen die Industrie- den Entwicklungsländern Finanzhilfen für Klimaschutz von zunächst zehn, später 100 Milliarden Dollar pro Jahr. Doch sind keine konkreten Zielvorgaben zur Senkung der gefährlichen Treibhausgase genannt.
Vor allem von den Unternehmen erwartet Resch «mehr und ein glaubwürdigeres Engagement» gegen die weitere Aufheizung des Erdballs. Zu den ersten Firmen, die sich bei der Initiative engagieren, gehören unter anderem Coca-Cola, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young oder auch MTU Aero Engines.
Für die Firmen reicht es nicht aus, nur einen Nachhaltigkeitsbericht zu veröffentlichen oder unnötige Reisen zu vermeiden und auf Telefon- und Videokonferenzen umzusteigen. Rudolf Ruter von Ernst & Young sagte, die Initiative solle dazu beitragen, sich noch mehr beim Klimaschutz zu engagieren, denn Investitionen in nachhaltige Produktionsfirmen gehörten gerade auch zu einer klugen, strategischen Unternehmenspolitik. Mit Blick auf Kopenhagen merkte er an: «Diese Konferenz hat einmal mehr gezeigt, dass die Politik sehr stark Einzelinteressen pflegt und weniger das Ganze im Fokus hat.»
Uwe Kleinert vom Getränkehersteller Coca Cola forderte ein «Überwinden alter Denkweisen und die Zusammenarbeit aller wesentlichen» Beteiligten, seien sie aus der Wirtschaft, der Politik, den Nichtregierungsorganisationen oder anderen Bereichen der Gesellschaft. «Rio wird 18» sei ein solcher Ansatz, denn hier arbeiteten unterschiedliche Partner zusammen. Eckhard Zanger vom Triebwerkhersteller MTU sieht in der neuen Initiative keinen «kurzfristigen Aktionismus oder Image-Politur». Man beteilige sich daran, um noch aktiver darzulegen, welchen Beitrag die Triebwerksindustrie und das Unternehmen zu «öko-effizientem Fliegen leisten» könne.
Bis zum Frühjahr wollen die Macher von «Rio wird 18» insgesamt 30 Unternehmen mit ins Boot holen, um in Sachen Klima- und Umweltschutz neue Akzente zu setzen. (© AP)




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