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Afrikaner nach Unruhen aus kalabrischer Kleinstadt verlegt

veröffentlicht am 10.01.2010


Nach zweitägigen blutigen Zusammenstößen zwischen Immigranten und Anwohnern in Süditalien haben rund 300 Afrikaner die Kleinstadt Rosarno verlassen. Acht Busse brachten die illegal eingewanderten Landarbeiter am Samstag in eine neue Notunterkunft. Einige hätten aus Furcht sogar auf die Auszahlung ausstehenden Lohns verzichtet, erklärte Laura Boldrini, eine Vertreterin des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge in Italien.

 

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Rom - Nach zweitägigen blutigen Zusammenstößen zwischen Immigranten und Anwohnern in Süditalien haben rund 300 Afrikaner die Kleinstadt Rosarno verlassen. Acht Busse brachten die illegal eingewanderten Landarbeiter am Samstag in eine neue Notunterkunft. Einige hätten aus Furcht sogar auf die Auszahlung ausstehenden Lohns verzichtet, erklärte Laura Boldrini, eine Vertreterin des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge in Italien. Mehrere hundert weitere Einwanderer bestanden allerdings darauf, in Rosarno zu bleiben, wie die italienischen Behörden mitteilten.


Die Unruhen in Kalabrien begannen am Donnerstag, nachdem zwei junge Afrikaner von Unbekannten beschossen und leicht verletzt worden waren. Aufgebrachte Landarbeiter beschimpften Einheimische und Polizisten als Rassisten und warfen mit Steinen. Nach Behördenangaben vom Freitagabend gab es mindestens 38 Verletzte, darunter Immigranten, Anwohner und Polizeibeamte. Drei Einwanderer seien mit Metallstangen zusammengeschlagen und schwer verletzt worden.


Bis zum Samstag beruhigte sich die Lage weitgehend, ein Einwanderer wurde allerdings nach Polizeiangaben von Schüssen aus einem Schrotgewehr verletzt.


Die Einwanderer arbeiten vor allem auf den Zitrusplantagen der Region, wo sie auf einen Tageslohn von 20 bis 25 Euro kommen. «Ihre Arbeitskraft wird gebraucht, und sie werden ausgebeutet», sagte UN-Sprecherin Boldrini.


Papst Benedikt XVI. verurteilte die Unruhen am Sonntag. Im Namen Gottes dürfe es niemals zu Gewalt kommen, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche zum Ende des Angelus-Gebets auf dem Petersplatz. Jeder Flüchtling sei ein Mensch, der Rechte habe, respektiert werden müsse und nicht ausgebeutet werden dürfe. Im Gesicht eines jeden Menschen sei «eine Seele, eine Geschichte, ein Leben, eine Person» zu entdecken, «die Gott liebt, wie er mich liebt», sagte der Papst.  (© AP)


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