Stichwahl um kroatische Präsidentschaft
veröffentlicht am 10.01.2010

Die kroatischen Wähler entscheiden am Sonntag über den Nachfolger von Staatspräsident Stipe Mesic. In der Stichwahl treten der Sozialdemokrat Ivo Josipovic und der parteilose Bürgermeister von Zagreb, Milan Bandic, gegeneinander an. Beide gelten als prowestlich und dürften die Bemühungen Kroatiens um einen Beitritt in die Europäische Union unterstützen, der für 2011 oder 2012 erwartet wird.
Zagreb - Die kroatischen Wähler entscheiden am Sonntag über den Nachfolger von Staatspräsident Stipe Mesic. In der Stichwahl treten der Sozialdemokrat Ivo Josipovic und der parteilose Bürgermeister von Zagreb, Milan Bandic, gegeneinander an. Beide gelten als prowestlich und dürften die Bemühungen Kroatiens um einen Beitritt in die Europäische Union unterstützen, der für 2011 oder 2012 erwartet wird.
Mesic durfte nach zwei Amtsperioden nicht mehr kandidieren. Im ersten Wahlgang am 27. Dezember erreichte der Vertreter der oppositionellen Sozialdemokraten, Josipovic, 32,4 Prozent, Bandic kam auf 14,8 Prozent. Der Kandidat der regierenden Konservativen verpasste den Sprung in die Stichwahl, was als Unzufriedenheit mit der Wirtschaftspolitik und der weit verbreiteten Korruption gewertet wurde.
Der 52 Jahre alte Josipovic ist Professor für Völkerrecht und seit 2003 Abgeordneter. Er genießt einen untadeligen Ruf, gilt aber als farblos. Bandic ist dagegen ein Populist, gegen den immer wieder Korruptionsvorwürfe laut wurden. Offizielle Ermittlungen gab es aber nie.
Der 54-Jährige wurde aus der sozialdemokratischen Partei ausgeschlossen, als er an seiner Kandidatur gegen Josipovic festhielt. Politisch ist er schwer einzuordnen: Als Bürgermeister ermöglichte er einem nationalistischen Sänger einen Auftritt auf dem wichtigsten Platz der Hauptstadt. Doch unterstützte er auch öffentliche Veranstaltungen von Homosexuellen, was ihm Konservative übelnahmen. Bandic spricht kein Englisch und hat bislang kein größeres Interesse an Außenpolitik gezeigt.
Der kroatische Staatspräsident hat weitgehend repräsentative Aufgaben, beeinflusst aber die Außenpolitik und ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Zudem gilt er als moralische Autorität des Landes. Der neue Präsident wird das dritte Staatsoberhaupt seit der Loslösung Kroatiens von Jugoslawien im Jahr 1991. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre. (© AP)




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