Gewinnmitnahmen am deutschen Aktienmarkt
veröffentlicht am 05.01.2010

Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag mit leichten Gewinnmitnahmen in den Handel gestartet. Bis 9.35 Uhr verliert der DAX 0,3% oder 16 auf 6.032 Punkte und notiert damit etwas leichter. Händler erwarten keinen größeren Abgabedruck im weiteren Verlauf.
Frankfurt - Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag mit leichten Gewinnmitnahmen in den Handel gestartet. Bis 9.35 Uhr verliert der DAX 0,3% oder 16 auf 6.032 Punkte und notiert damit etwas leichter. Händler erwarten keinen größeren Abgabedruck im weiteren Verlauf. Wall Street habe sich ohne neue Impulse aus dem Handel verabschiedet, Tokio beendete den Handelstag mit einem Plus von nur 0,3%. Handelbare Unternehmensnachrichten seien kaum vorhanden.
Ganz im Gegenteil: Die gute Stimmung sollte nach dem gelungenen Jahresstart am Vortag weiter anhalten, heißt es vielmehr. Die Aussicht auf noch lange niedrige Dollar-Zinsen dürfte die Hoffnung auf einen Neuaufbau von Carry Trades und damit Investments im Euroraum beflügeln. Im Blick stehen am Berichtstag unter anderem Automobilwerte mit den Zulassungszahlen von verschiedenen Märkten für Dezember.
Aus Europa wird der Anstieg der Verbraucherpreise vermeldet, in den USA die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter. Nach dem überraschend guten ISM-Index vom Vortag rechnen Händler auch hier mit besseren Daten. Wichtigstes Ereignis der Woche seien jedoch weiterhin die US-Arbeitsmarktdaten Dezember, die am Freitag veröffentlicht werden. Techniker sehen den DAX unterstützt bei 6.020 Punkten.
Keine wirkliche Story für adidas sehen Händler in den Kommentaren von Reebok-CEO Becker. "Hoffnungsvolle Aussagen zum Turnaround gab es schon öfters", sagt ein Händler: "Der Markt möchte jetzt erst einmal harte Fakten sehen". Der CEO hatte gegenüber dem "Handelsblatt" gesagt: "Wenn es so weiter geht, ist der Turnaround geschafft". Reebok müsse nicht mehr wie in den vergangenen Jahren über Preis und Menge verkaufen. Die Produkte seien jetzt so attraktiv, dass wieder höhere Margen zu erzielen seien.
adidas reagieren mit Aufschlägen. "In so einem Markt treibt jede positive Aussage, egal wie oft sie schon wiederholt wurde", so der Händler weiter. adidas gewinnen gegen den Trend 1,7% auf 39,17 EUR. Unter Druck geraten nach den Aufschlägen vom Vortag derweil Deutsche Telekom. Die Analysten von Morgan Stanley haben das Kursziel für die Aktie auf 10,70 EUR nach 11,80 EUR gesenkt und den Sektor heruntergestuft. Deutsche Telekom verlieren 0,5% auf 10,55 EUR.
Mit einem Aufschlag von 5,4% auf 44,00 EUR führen derweil K+S das Tableau an. Die Aktie wird von einer Kaufempfehlung durch Bank of America-Merill Lynch gestützt. Die Analysten nennen ein Kursziel von 50 EUR für den Titel, nachdem sie die Perspektiven für K+S nun optimistischer sehen. Das Jahr 2009 sei für das Unternehmen schlecht gelaufen. Die Experten rechnen nun aber mit einer Verbesserung auf den Agrarmärkten und sehen deutlich niedrigere Risiken für den Kali-Preis.
Automobilwerte stehen im Fokus mit den diversen Absatzzahlen der Branchenverbände für Dezember. "Der Markt hat sich nach Auslaufen der Abwrackprämie auf schwächere Zahlen eingestellt", sagt ein Händler: "Damit hätten bessere Zahlen ein positives Überraschungspotenzial". Dies hätten die japanischen Absatzdaten vorgemacht, die am Morgen vorgelegt wurden. Dazu hatte Toyota ein Absatzwachstum von 15% bis 20% im kommenden Jahr angekündigt.
Im Tagesverlauf legen die Verbände VDA und VDIK und das Kraftfahrt-Bundesamt die Zulassungszahlen vor. Auch in den USA werden die monatlichen Kfz-Absatzzahlen für Dezember verkündet. BMW verlieren im frühen Geschäft 0,7% auf 31,85 EUR, Daimler 0,7% auf 37,28 EUR und VW Vorzüge 0,4% auf 64,26 EUR.
Ein möglicher Ausstieg aus dem Projekt des Militärtransporters A400M belastet derweil die Aktie von EADS. Allerdings bleibe abzuwarten, ob es sich nicht um einen politischen Schachzug handele. Airbus-CEO Thomas Enders äußerte sich sehr skeptisch, dass bis Ende Januar mit den Regierungen der sieben europäischen Bestellländer eine Einigung über die Zusatzzahlung von 5,3 Mrd EUR gefunden werde, berichtet die "Finacial Times Deutschland" am Dienstag und beruft sich dabei auf Unternehmenskreise.
Möglicherweise wolle Enders damit nur Druck vor dem wichtigen Termin aufbauen, so der Händler. EADS verlieren 0,9% auf 13,88 EUR. (© Dow Jones)




XETRA-SCHLUSS/Angst der Anleger lässt den DAX erzittern
XETRA-SCHLUSS/Gipfel-Hoffnungen treiben den DAX
MÄRKTE EUROPA/Exportwerte ziehen DAX nach oben
EUREX/DAX startet nach Herunterstufung Griechenlands leichter



