|
05. Januar 2010
D-Mark-Umtausch läuft noch immer
Frankfurt/Main - Der Weg zum Umtausch des wertlosen in das wertvolle Geld führt über Marmorplatten und zwischen Absperrseilen hindurch. Vor den beiden Bankschaltern in der runden Halle geht es gleichmäßig voran. Niemand in der Schlange spricht, nur von den Schaltern dringen gedämpfte Gesprächsfetzen herüber.
Auch Bruce Cason wartet hier. Er trägt einen roten Pullover, ist schon am Aufnäher seiner Baseballkappe als Brite zu erkennen und lächelt erwartungsvoll. In der Hand hält er 1.400 D-Mark, die er nach zehn Jahren einer Video-Kassette des Country-Sängers John Denver wiedergefunden hat. Heute will er sie endlich umtauschen.
In der Filiale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt sind im vergangenen Jahr rund neun Millionen Mark über den Schalter gegangen, und hinter fast jedem Umtausch steckt eine Geschichte.
Susanne Römer, eine junge Frau im Business-Outfit, steht ebenfalls in der Schlange vor den Bundesbank-Schaltern. In ihrer schwarzen Lederhandtasche hat die Wienerin 400 Mark, die Scheine sind 1991 gedruckt worden. Ihre Tante hatte fünf Hundert-Mark-Scheine beim Shopping in Berlin in eine Tasche gesteckt und vergessen. «Sie hat das Geld vor ihrem Mann versteckt, wie das eben so ist», sagt Römer. Jetzt ist sie geschäftlich in Frankfurt und nutzt die Gelegenheit für den Umtausch, weil der nur in Deutschland möglich ist. Einen Schein hat die Tante aufgehoben, als Andenken. weiterlesen >>

|