Mehr Gründungen als Firmenschließungen im Mittelstand
veröffentlicht am 04.01.2010

Der Mittelstand trotzt der Konjunkturflaute: Ausgerechnet im Krisenjahr 2009 gab es nach einer Hochrechnung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) mehr Existenzgründungen als Firmenschließungen. Für 2010 rechnet sogar jeder dritte Betrieb mit einem Aufschwung und steigenden Aufträgen, wie aus einer Umfrage des Bonner Instituts hervorgeht, das der «Rheinischen Post» vorliegt.
Düsseldorf - Der Mittelstand trotzt der Konjunkturflaute: Ausgerechnet im Krisenjahr 2009 gab es nach einer Hochrechnung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) mehr Existenzgründungen als Firmenschließungen. Für 2010 rechnet sogar jeder dritte Betrieb mit einem Aufschwung und steigenden Aufträgen, wie aus einer Umfrage des Bonner Instituts hervorgeht, das der «Rheinischen Post» vorliegt.
Nur 18 Prozent der befragten 1.500 Unternehmen gaben für ihren Betrieb im kommenden Jahr demnach eine schlechtere Prognose ab. «Vor allem die kleinen Industriebetriebe mit bis zu 20 Mitarbeitern haben die Krise überraschend gut überstanden», sagte der Präsident des Mittelstandsinstituts, Johann Eekhoff, der Zeitung.
Wie das IfM am Montag mitteilte, wurden im Jahr der größten Wirtschaftskrise seit der Nachkriegszeit mehr Unternehmen im deutschen Mittelstand gegründet als aufgegeben. Die Zahl der Liquidationen sank 2009 im Vergleich zum Vorjahr von 412.0000 auf rund 397.000 Unternehmen. Auf Basis der Gewerbean- und abmeldungen bis September 2009 schätzt das Institut die Zahl der Existentgründungen auf 410.000, eine Steigerung um rund drei Prozent gegenüber 2008. «Wir können von einem positiven Saldo ausgehen», bilanzierte Eeckhoff in der «Rheinischen Post».
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg im abgelaufenen Jahr dagegen von 29.300 auf etwa 34.300 an. Dieser Trend hatte sich wegen der wirtschaftlichen Talfahrt bereits im ersten Halbjahr angekündigt. Deutlich mehr Unternehmen seien aufgrund Konjunkturtiefs in die Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit geraten, erklärten die Experten damals.
Im Jahr 2008 war die Zahl der Existenzgründungen nach den neuesten Berechnungen des IfM insgesamt um 6,2 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 1990 gesunken. Besonders stark war der Rückgang im kleinbetrieblichen Bereich. Grund dafür war die laut IfM damals noch gute konjunkturelle Lage und vergleichweise geringe Arbeitslosigkeit. Weniger Arbeitslose hätten damit den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und die abhängige Beschäftigung einer Existenzgründung vorgezogen. (© AP)




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