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28. Dezember 2009
Unternehmen droht akute Finanznot: Neue Pleitewelle für 2010 erwartet
Hamburg - Vielen Unternehmen in Deutschland droht eine akute Finanznot. Nach neuesten Berechnungen des Kreditversicherers Euler Hermes werden die gerichtlich angemeldeten Forderungen 2009 ein Rekordvolumen von 75 Milliarden Euro erreichen, nachdem sie 2008 noch bei 22 Milliarden Euro lagen. «Ursache für diese Zunahme sind vor allem die Insolvenzen großer Unternehmen, die in den letzen Monaten zu Buche schlagen», sagte Euler Hermes-Chefvolkswirt Romeo Grill der Nachrichtenagentur DAPD.
Betroffen seien insbesondere mittelständische Unternehmen, die durch die enormen finanziellen Außenstände in große Schwierigkeiten bis zur Zahlungsunfähigkeit geraten könnten. In diesem Jahr erwartet der Kreditversicherer einen Anstieg der Firmenpleiten auf rund 34.000, das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2010 wird mit einem weiteren Anstieg der Insolvenzen um rund 9 Prozent auf knapp 37.000 gerechnet.
Ein erhöhtes Pleiterisiko besteht laut Grill insbesondere für den Maschinenbau, die Stahlbranche und den EDV-Bereich sowie Chemie- und Textilunternehmen. Ein schwieriges Jahr stehe nach dem Auslaufen der Abwrackprämie auch den rund 1.500 Unternehmen der Kfz-Zulieferindustrie mit ihren rund 330.000 Beschäftigten und den Automobilhändlern bevor. Zugleich gibt es aber auch Branchen, die das nächste Jahr relativ gut überstehen dürften. Dazu zählen vor allem Lebensmittelhersteller, Unternehmen aus der Umweltbranche sowie der Bausektor.
Die Ursachen für die Insolvenzen sind komplex. Ein wichtiger Faktor ist die mangelnde Liquidität als Folge der Krise. «Die Banken haben die Kreditkonditionen verschärft, und das sorgt bei den Unternehmen für eine angespannte Situation. Auch die schlechte Zahlungsmoral bereitet vielfach Probleme», betonte Grill. Darüber hinaus würden Managementfehler wie falsche Unternehmensstrategien und die Konzentration auf nur wenige Abnehmer maßgeblich zum Scheitern vieler Unternehmen beitragen. weiterlesen >>

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