Volvo-Verkauf an chinesischen Hersteller vor Abschluss
veröffentlicht am 23.12.2009

Der schwedische Autobauer Volvo steht kurz vor dem Verkauf an den chinesischen Hersteller Geely. Volvo-Eigentümer Ford teilte am Mittwoch mit, der Vertrag mit Geely solle im ersten Quartal 2010 unterschrieben und der Deal im zweiten Quartal abgeschlossen werden. Einen Kaufpreis nannte Ford nicht.
Stockholm - Der schwedische Autobauer Volvo steht kurz vor dem Verkauf an den chinesischen Hersteller Geely. Volvo-Eigentümer Ford teilte am Mittwoch mit, der Vertrag mit Geely solle im ersten Quartal 2010 unterschrieben und der Deal im zweiten Quartal abgeschlossen werden. Einen Kaufpreis nannte Ford nicht. Analysten vermuten 2 bis 2,3 Milliarden Dollar.
Der Verkauf des für seine solide gebauten Autos berühmten, derzeit aber rote Zahlen schreibenden schwedischen Unternehmens hängt nach den Angaben von Ford noch an der Finanzierung sowie an den erforderlichen Genehmigungen der Kartellbehörden. Ansonsten sei über alle wesentlichen Vertragsbestimmungen Einigkeit erzielt worden. Geely erklärte, die Verhandlungen mit Ford hätten sich vertieft. Zudem habe es konstruktive Gespräche mit dem Volvo-Management, den Gewerkschaften und der schwedischen Regierung gegeben.
Ford hatte die Volvo-Pkw-Sparte 1999 für 6,45 Milliarden Dollar gekauft. Seit dem vergangenen Jahr versucht das US-Unternehmen, seine schwedische Tochter wieder zu verkaufen. Ford will sich auf die Marken Ford, Lincoln und Mercury konzentrieren. Allerdings finden sich Sicherheitstechnik und andere Volvo-Entwicklungen inzwischen auch in Autos der Marke Ford.
Beobachter nehmen deshalb an, dass es in dem Vertrag mit Geely auch Klauseln zum Umgang mit Urheberrechten und Patenten gibt. Ford erklärte, das Unternehmen werde nach dem möglichen Verkauf «auf verschiedenen Gebieten weiter mit Volvo zusammenarbeiten». Ford werde aber keine Aktienanteile an Volvo behalten.
Geely betonte, nach der Übernahme solle «die weltberühmte Marke Volvo weiter bei Sicherheit und Umweltschutz an der Weltspitze der Autotechnik bleiben». Zudem werde Volvo seine einzigartige Wettbewerbsposition auf dem chinesischen Markt schnell ausbauen. Volvo-Sprecherin Maria Bohlin kommentierte die Ankündigungen mit den Worten, es sei ein weiterer Schritt erreicht, der Handel sei aber noch nicht vollständig.
Autoexperte Matts Carlson schätzte den Preis, den Geely zahlen muss, auf 2 Milliarden bis 2,3 Milliarden Dollar. Er bewertete eine Übernahme positiv. «Volvo bekommt einen neuen Eigentümer mit viel Geld», sagte er.
Geely baut nach eigenen Angaben erst seit 1997 Autos. Der Firmensitz ist in Hangzhou in der Provinz Zhejiang. Die sechs Werke können nach Aussage des Unternehmens etwa 300.000 Autos pro Jahr bauen.
Erst Mitte Dezember hatte der US-Konzern General Motors (GM) seine insolvente schwedische Tochter Saab teilweise an den chinesischen Autokonzern BAIC verkauft. BAIC übernimmt einen Teil der Maschinen und Konstruktionspläne. GM will die Reste von Saab abwickeln, wenn sich dafür nicht doch noch ein Käufer in letzter Sekunde findet. (© AP)




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