Frankfurt/Main - Mark Boyle ist glücklich. Der Wirtschaftswissenschaftler lebt seit mehr als einem Jahr geldlos in seinem Wohnwagen in der Nähe von Bath in England. Sein Essen baut der 30-Jährige selbst an, sammelt es im Wald oder isst abgelaufene und weggeworfene Lebensmittel. In seinem Internettagebuch schreibt er über seine Erfahrungen.
«Ich habe gelernt: Freundschaft und nicht Geld bringt wirkliche Sicherheit», erklärt der 30-Jährige. Da er jetzt viel mehr im Einklang mit der Natur lebe, sei er viel glücklicher. Ursprünglich wollte er nur ein Jahr lang ohne Geld leben, aber dafür auch ohne Stress durch Rechnungen und lange Arbeitszeiten. Jetzt hat Boyle sein Vorhaben auf unbefristete Zeit verlängert.
Das Kochen erledigt er an einem Lagerfeuer. Seine Zähne putzt der Ökonom mithilfe von Tintenfischknochen und wilden Fenchelsamen. Als Toilettenpapier benutzt er alte Zeitungen.
Dass viel Geld nicht automatisch glücklich macht, haben auch mehrere Studien der Glücksforschung auch gezeigt. «Die Bewohner der G-8-Länder gehören einer Untersuchung der New Economics Foundation zufolge zu den traurigsten der Welt», sagt Glücksforscher und Psychiater Mathias Berger vom Uniklinikum Freiburg. Und das, obwohl hier die Menschen über das meiste Geld verfügen und keinen Hunger leiden müssen. weiterlesen >>