Geringerer Stellenabbau im Maschinenbau als befürchtet

veröffentlicht am 23.12.2009


Trotz des dramatischen Nachfrageeinbruchs streichen die deutschen Maschinenbauer in diesem Jahr deutlich weniger Stellen als befürchtet. «Wir können uns nicht vorstellen, dass unsere eigene Prognose noch eintritt», sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Hannes Hesse, am Mittwoch in Frankfurt am Main. Im Sommer hatte die Branche mit einem Abbau von 60.000 Jobs gerechnet.

 

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Frankfurt/Main - Trotz des dramatischen Nachfrageeinbruchs streichen die deutschen Maschinenbauer in diesem Jahr deutlich weniger Stellen als befürchtet. «Wir können uns nicht vorstellen, dass unsere eigene Prognose noch eintritt», sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Hannes Hesse, am Mittwoch in Frankfurt am Main. Im Sommer hatte die Branche mit einem Abbau von 60.000 Jobs gerechnet. «Jetzt zeigt sich, dass die Zahl von 40.000 Arbeitsplätzen sehr viel wahrscheinlicher ist», sagte Hesse.


Bis Ende Oktober seien lediglich 28.000 feste Stellen gestrichen worden. Die Unternehmen täten trotz der enormen Rückgänge beim Auftragseingang wirklich alles, um ihre Belegschaften zu halten, sagte Hesse. Ende 2008 hatten die deutschen Maschinenbaubetriebe mit mehr als 50 Beschäftigten noch insgesamt 954.000 Mitarbeiter.


Entwarnung wollte Hesse angesichts der nach wie vor flauen Auftragslage aber nicht geben. «Der Personalabbau ist sicher noch nicht zu Ende, und manche Unternehmen warten vielleicht auch zu lange mit dieser Entscheidung.» Der Produktionsrückgang im Maschinenbau werde 2009 sicherlich die vom Verband befürchtete Marke von minus 30 Prozent erreichen, «vielleicht sogar noch ein wenig mehr», sagte Hesse. «In der Produktion ist es in diesem Jahr schlimmer gekommen als erwartet.» Das Auftragspolster ist demnach auf 4,6 Monate gesunken, vier Monate gelten im Maschinenbau als kritische Untergrenze. Seit Oktober 2008 brechen der deutschen Vorzeigebranche die Aufträge weg. Am heftigsten fiel das Minus im April 2009 mit einem Rückgang um 58 Prozent aus.


Große Sorge herrscht den Angaben zufolge in der Branche, dass die Banken mit der Vorlage der Jahresbilanzen der Unternehmen den Kredithahn stärker zudrehen. «Wir hoffen, das Glück zu haben, dass sich die Auftragslage zum Ende des ersten Quartals 2010 wieder belebt», sagte Hesse. Dann könnten sowohl die befürchtete Kreditklemme als auch ein größerer Personalabbau ausbleiben. Kopfzerbrechen bereite den Maschinenbauern auch die Finanzierungsschwierigkeiten der Kunden. «Die Finanzierung ist ein echter Wettbewerbsfaktor geworden.»


Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, rechnet mit weiteren Firmenpleiten im kommenden Jahr. «Wir haben Sektoren, deren Perspektive ist nicht nur ein bisschen schlechter, sondern richtig dramatisch», sagte Walter der Online-Ausgabe des «Handelsblatts». Das gelte für den Lastkraftwagenbau, in einigen Teilen des Werkzeugmaschinenbaus und bei Druckmaschinen. «In diesen Sektoren wird man mit Kurzarbeit das rettende Ufer nicht erreichen.» Auch in der Automobilindustrie werden nach Walters Einschätzung «einige nicht durchkommen».


Zuversichtlich für 2010 zeigte sich der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT), Martin Wansleben. Er schließt nicht aus, dass das Wachstum im kommenden Jahr stärker ausfällt als zuletzt erwartet. Im ARD-Morgenmagazin sagte Wansleben: «Persönlich setze ich einen drauf und sage, ich würde mich nicht wundern, wenn die ganze Prognoselandschaft zwischen 1,2 bis 2 Prozent jetzt im Moment, wenn die im Frühjahr angehoben wird, auch wenn wir natürlich das Gröbste noch nicht hinter uns haben. Wir haben das Finanzierungsproblem noch nicht wirklich gelöst.»  (© AP)



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