Rückblick auf prominente Todesfälle der Rock- und Popszene
veröffentlicht am 23.12.2009

Sein völlig überraschender Tod am 25. Juni versetzte Menschen weltweit in kollektive Trauer: Michael Jackson, der «King of Pop» der 80er Jahre, starb im Alter von 50 Jahren, wenige Wochen vor einer geplanten Serie von Comeback-Konzerten in London. Auslöser seines Todes war laut Autopsiebericht das Betäubungsmittel Propofol in Verbindung mit weiteren Beruhigungsmitteln.
Frankfurt/Main - Sein völlig überraschender Tod am 25. Juni versetzte Menschen weltweit in kollektive Trauer: Michael Jackson, der «King of Pop» der 80er Jahre, starb im Alter von 50 Jahren, wenige Wochen vor einer geplanten Serie von Comeback-Konzerten in London. Auslöser seines Todes war laut Autopsiebericht das Betäubungsmittel Propofol in Verbindung mit weiteren Beruhigungsmitteln.
Das Comeback war Jackson nicht mehr vergönnt. Was blieb, war ein filmisches Vermächtnis, zusammengestellt aus Aufnahmen, die während der Proben entstanden. «This Is It» ließ seine Fans noch einmal trauern - diesmal nicht nur um den King of Pop selbst, sondern um das, was nicht mehr sein wird: ein großartiger Künstler, der jede Faser seines Körpers und seiner Seele für etwas gab, was eines der spektakulärsten Comebacks aller Zeiten hätte werden können. Wenn auch der «Moonwalk» im Film nur einmal kurz zu sehen ist, erinnern die rasend schnellen Schritte, die Drehungen und Verrenkungen an den jungen Mann, in den sich die Welt ein Vierteljahrhundert zuvor in «Thriller» verliebte.
Der Tod Jacksons erregte bei weitem das meiste Aufsehen, doch die Pop- und Rockwelt verlor im zu Ende gehenden Jahr noch weitere prominente Mitglieder. Der für einen Mix musikalischer Stile bekannte und gerade im deutschsprachigen Raum beliebte US-Sänger und Songwriter Willy de Ville starb im August im Alter von 58 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Der Wanderer zwischen Soul, Rhythm and Blues, Zydeco, Texmex, Chansons oder Memphis-Blues hatte eine Karriere mit Hochs und Tiefs hinter sich, zunächst in den 70er Jahren mit seiner Band Mink DeVille, ab Mitte der 80er Jahre dann als Solo-Künstler.
Derselben Krankheit erlag im September mit 57 Jahren auch Patrick Swayze. Im Hauptberuf Schauspieler, wurde er 1987 als romantischer Filmheld in «Dirty Dancing» bekannt. Doch gelang ihm auch mit dem selbst geschriebenen Filmsong «She's Like The Wind» ein großer Hit - es blieb allerdings sein einziger.
Die Folkszene trauerte im September um die Sängerin Mary Travers, Mitglied des legendären Trios Peter, Paul and Mary. Sie starb im Alter von 72 Jahren nach mehrjährigem Kampf gegen Leukämie. Peter, Paul and Mary gehörten Anfang der 60er Jahre zu den ersten Musikern, die sich in den USA für eine liberalere Politik engagierten. Mit Liedern wie «If I Had A Hammer» traten sie für die Gleichberechtigung der Schwarzen ein. Zu ihren größten Hits gehörten «Lemon Tree», «Leaving On A Jet Plane» und «Puff (The Magic Dragon)».
Mit Dave Dee war bereits im Januar ein weiterer Star der 60er Jahre einer Krebserkrankung erlegen. Der im Alter von 65 Jahren verstorbene Brite war Gründer und Frontmann der Popband Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick and Tich, eine der erfolgreichsten der damaligen Zeit. Ihre großen Hits waren «Hold Tight», «Bend It» und «The Legend Of Xanadu». Zwischen 1965 und 1969 hielt sie sich in den Single Charts von Großbritannien so lange wie keine andere Band.
Und auch der im Oktober mit 82 Jahren verstorbene Al Martino war Vertreter einer vergangenen Zeit: Der Crooner aus dem Raum Philadelphia galt als Meister des schmachtenden Schlagers der 50er und 60er Jahre. Lieder wie «Spanish Eyes», «Can't Help Falling In Love» und «Volare» machten ihn weltberühmt, und mit seinem Easy-Listening-Stil war er bis ins hohe Alter ein gefragter Künstler.
In Argentinien starb im Oktober im Alter von 74 Jahren die Folksängerin und «Stimme Lateinamerikas» Mercedes Sosa, die mit Liedern wie «Gracias a la Vida» zu Weltruhm gelangte. Mit ihrer furchtlosen Haltung war sie ein Vorbild für viele Verfolgte der Militärdiktatur in ihrem Heimatland, aber auch darüber hinaus. Ihre Karriere erstreckte sich über mehr als 50 Jahre, Sosa veröffentlichte mehr als 70 Alben.
Die im Lauf der Jahre bereits von vielen Schicksalsschlägen getroffene US-Southern-Rockband Lynyrd Skynyrd musste 2009 den Verlust von gleich zwei Mitgliedern verkraften: Im Januar starb Keyboarder Billy Powell 56-jährig, als Todesursache wurde ein Herzinfarkt genannt. Und im Mai starb Bassist Donald «Ean» Evans mit 48 Jahren an einer Krebserkrankung. Lynyrd Skynyrd wurden mit Titeln wie «Free Bird» und «Sweet Home Alabama» bekannt.
Mit nur 33 Jahren starb im Oktober auf Mallorca der Sänger der irischen Popband Boyzone, Stephen Gately. Laut Autopsie erlag er einem Lungenödem. Boyzone waren vor allem in den 90er Jahren mit Hits wie «No Matter What» und «Words» erfolgreich. Im vergangenen Jahr startete die Gruppe eine Comeback-Tour, Gately arbeitete außerdem als Solo-Künstler.
Das gesegnete Alter von 94 Jahren erreichte dagegen die US-Gitarren-Legende Les Paul. Er starb im August. Dem erfolgreichen Musiker und Pionier der E-Gitarre gelangen von 1949 bis 1962 gemeinsam mit seiner damaligen Frau Mary Ford 36 goldene Schallplatten und elf Nummer-Eins-Hits. Verewigt hat er sich jedoch auch mit seiner Weiterentwicklung der dann nach ihm benannten E-Gitarre, die von Größen des Musikgeschäfts wie Pete Townsend von The Who oder Jimmy Page von Led Zeppelin zu ihrem Standard-Instrument erkoren wurde.
Mit 60 Jahren starb im Januar der Gitarrist der US-Rockband The Stooges, Ron Asheton. Er gehörte mit Iggy Pop und seinem Bruder Scott zu den Gründungsmitgliedern der Stooges. Das Magazin «Rolling Stone» zählte ihn 2003 zu den 30 größten Gitarristen aller Zeiten.
Anfang Dezember schließlich starb der Musiker und Komponist Eric Woolfson, Mitgründer der legendären Rockgruppe Alan Parsons Project. Er erlag einem Krebsleiden. Woolfson erlangte als Musiker mit dem britischen Rockprojekt Weltruhm unter anderem mit dem ersten Album «Tales of Mystery and Imagination» von 1976, in dem er gemeinsam mit Parsons Kurzgeschichten von Edgar Allan Poe vertonte. Parsons würdigte ihn bei einem Auftritt in Rahmen der «Nokia Night of the Proms» in Köln als «die andere Hälfte» seines Musikprojekts. Und auch als Musicalproduzent machte er sich einen Namen. (© AP)




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